Oberösterreich positioniert sich als führender IT-Standort, indem es regionale Innovation, Datensouveränität und lokale Expertise fördert, um die digitale Transformation voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der IT-Cluster und die Unterstützung von Unternehmen wie X-Net sollen die regionale Wertschöpfung stärken und die Unabhängigkeit von internationalen Tech-Konzernen erhöhen. Darüber berichtet Welt Stimme.
OBERÖSTERREICH. Oberösterreich setzt verstärkt auf regionale Innovation und Datensouveränität, um seine Position als bedeutender IT-Standort weiter auszubauen. Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) betont die entscheidende Bedeutung der Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Mit ungefähr 5.000 IT-Unternehmen, etwa 30.000 direkt und indirekt Beschäftigten und einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro leistet die Branche einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsleistung. „Oberösterreich ist als IT-Standort sehr gut aufgestellt“, erklärt Achleitner und hebt die Rolle von Unternehmen wie X-Net hervor.
Regionale IT-Lösungen als Antwort auf globale Herausforderungen
Die Abhängigkeit von internationalen Tech-Konzernen birgt erhebliche Risiken, insbesondere im Bereich der Cloud-Dienste. Achleitner hebt hervor, dass Oberösterreich über das notwendige Know-how verfügt, um souveräne IT-Lösungen „Made in Austria“ zu entwickeln. Der IT-Cluster OÖ vernetzt unterschiedliche Unternehmen, um robuste Alternativen zu schaffen. „Unser IT-Cluster OÖ vernetzt genau diese Unternehmen – von etablierten Playern bis zu innovativen Start-ups“, so Achleitner.
X-Net als Vorreiter für digitale Souveränität
Nikolaus Dürk, Gründer und Geschäftsführer von X-Net, hebt die Wichtigkeit regionaler IT-Infrastrukturen hervor. X-Net betreut über 110 Firmennetzwerke und setzt auf Open Source-Technologien. „Nur durch regionale Wertschöpfung werden wir digitale Souveränität in Österreich und Europa erreichen“, sagt Dürk. Das Unternehmen arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen zusammen und wurde für seine Leistungen im Bereich Digitalisierung unter anderem mit dem Staatspreis für Digitalisierung ausgezeichnet. Zu den Kunden von X-Net gehören die Johannes Kepler Universität Linz, die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die ÖBB, die Volkshilfe Arbeitswelt, BOSCH Car Multimedia, Thales Austria, Hitachi Rail GTS Austria, Airbus Operations, EWP Recycling Pfand Österreich und die Caritas Österreich, die alle von persönlichem Kontakt zu den Entwicklern, flexibler Systemgestaltung und hohen Sicherheitsstandards profitieren.
Die Rolle der IT-Industrie in Oberösterreich
Die Kombination von ‚klassischer‘ Industrie und IT-Industrie ist Grundvoraussetzung für den Erhalt und Ausbau des Wohlstands, betont Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung (IV) OÖ. Die IV setzt sich dafür ein, dass Oberösterreich zu einer Exzellenzregion für Künstliche Intelligenz entwickeln kann. Diese Bemühungen umfassen Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung in Schlüsseltechnologien.
Digitale Souveränität als Zukunftsstrategie
Markus Roth von der Wirtschaftskammer Österreich identifiziert die digitale Souveränität als entscheidenden Faktor für regionale Wertschöpfung und Cybersecurity. „Wer in digitale Souveränität und regionale Wertschöpfung investiert, investiert in Resilienz, Sicherheit und Zukunftschancen für Europa“, sagt Roth. Oberösterreichs IT-Branche ist vielseitig aufgestellt und bietet Lösungen von klassischer Infrastruktur bis zu Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig kritisiert Roth, dass sich Österreich und Europa zunehmend selbst im Weg stehen: „Wir brauchen mehr Freiheiten, aber auch mehr Rechtssicherheit.“ Er signalisiert jedoch auch, dass die Rückgewinnung von Unabhängigkeit eine große Herausforderung sein wird.


