Renaturierungsprojekte in Oberösterreich: Ökologische und ökonomische Vorteile im Fokus
Umwelt- und Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) hat die Relevanz der Renaturierung hervorgehoben. In einer Pressekonferenz demonstrierte er anhand der Trattnach, wie der Prozess von der Planung bis zur Umsetzung funktioniert. Darüber berichtet Welt Stimme.
BEZIRK GRIESKIRCHEN. Kaineder bezeichnete die laufenden Renaturierungsprojekte als „mehr als nur Öko-Projekte“. Diese Initiativen sollen die Biodiversität stärken, Hochwasserrisiken mindern, die Wasserqualität verbessern und zur lokalen Wertschöpfung beitragen.
„Wenn wir Bächen wieder Raum geben, geben wir auch der Natur und damit uns selbst wieder mehr Lebensraum zurück. Renaturierung ist Versicherung in der Landschaft — wer Auen und Nebenarme zurückgibt, gewinnt Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Lebensqualität in einem“,
so Kaineder.
Drei Beispiele
Das erste Beispiel bezieht sich auf den Projektabschnitt „Planung“ und zeigt die Trattnach-Renaturierung in Weibern. Dort konzentriert man sich auf Kläranlagen und Ölstationen. Im Rahmen des Projekts werden neue Gerinne angelegt, Niststeilufern für den Eisvogel geschaffen und alte Gerinne gezielt verfüllt. Das Resultat sind naturnahe Abflussräume, die den Lebensraum für Fisch- und Kleintierarten aufwerten sowie kombinierte Hochwasser- und Naturschutz bieten. Diese Arbeiten sollen bis 2026 abgeschlossen sein.
Phase „Umsetzung“ in St. Georgen
Im zweiten Schritt, der Umsetzung, können Fortschritte in St. Georgen bei Grieskirchen beobachtet werden. Hier wurden rund 180 Meter renaturiert, indem das Gerinneprofil verbreitert und ein gewundenes Flussbett geschaffen wurde. Zusätzliche Maßnahmen umfassten den Einbau von Materialien wie Störsteinen und Totholz sowie Böschungssicherungen und eine Begrünung mit heimischen Pflanzenarten. Die sofortige Verbesserung des Habitats für standorttypische Fischarten war bereits während der Bauphase sichtbar. Die Fertigstellung des Projekts steht kurz bevor.
Paradebeispiel
Abschließend wurde auf ein bereits abgeschlossenes Projekt in St. Georgen verwiesen, bei dem das Gerinne im Bereich der Steinmühlenrampe rechtsufrig über eine Strecke von etwa 220 Metern verschoben wurde. Dies führte zu stabilen Sohl- und Uferverhältnissen, einer signifikanten Zunahme von Kleinhabitaten, verbesserter Durchströmung und ökologischer Aufwertung.
Ökonomischer Nutzen
Wie während der Pressekonferenz berichtet, belegen Studien und EU-Analysen hohe Nutzen-Kosten-Verhältnisse für Renaturierungsmaßnahmen. Jeder investierte Euro könnte laut Schätzungen der europäischen Umweltbehörde zwischen acht und 38 Euro an Nutzen generieren.


