Die Stadt Innsbruck plant eine Aktualisierung ihrer Einzelhandelsstrukturanalyse, die seit 2002 alle fünf Jahre durchgeführt wird. Angesichts der erheblichen Veränderungen in den letzten Jahren ist eine neue Studie mit dem Ziel der Datenbereitstellung für strategische Entscheidungen in der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung von großer Bedeutung. Darüber berichtet Welt Stimme.
INNSBRUCK. Bisher wurden diese Analysen in den Jahren 2002, 2009, 2015 und 2020 durchgeführt. Die Ergebnisse der letzten Studie verdeutlichen eine positive Entwicklung: In Rum wurde ein „deutlich überdurchschnittliches Wachstum der Betriebe, Kundenflächen und Umsätze“ verzeichnet, nicht zuletzt aufgrund des Umbaus und der Erweiterung des kika-Möbel- und Einrichtungshauses. Für Völs zeigte sich ein „enormes Flächenwachstum bei gleichzeitig deutlich überdurchschnittlichen Umsatzzuwächsen“, jedoch ein spürbarer Rückgang der Arbeitsstätten.
Ergebnisse Innsbruck
In der Studie von 2020 wurde festgestellt:
- Innsbruck behauptet weiterhin seine Position als dominierende Einzelhandelsdestination in Tirol und angrenzenden Teilen Südtirols. Markante Marktanteilsgewinne des Online-Handels oder Veränderungen in Bezirkshauptstädten konnten diese Position bislang nicht gefährden.
- In verschiedenen Geschäftslagen wurde jedoch eine Stagnation oder sogar eine Verschärfung negativer Entwicklungen beobachtet (z.B. Andreas-Hofer-Straße). Diese Entwicklungen sind nicht immer durch gezielte Maßnahmen aufzuhalten, was bedeutet, dass einige Bereiche ihre Handelsfunktion verlieren oder sich auf „Nahversorgungsinseln“ reduzieren könnten.
- Das Risiko, dass stadtplanerische Zielsetzungen durch eine ungeplante Ansiedlungspolitik in den Nachbargemeinden Rum und Völs untergraben werden, bleibt bestehen.
Neue Studie
In den vergangenen fünf Jahren gab es mehrere bedeutende Einschnitte, darunter Pleiten wie Signa und Kika-Leiner, den Verkauf des Kaufhauses Tyrol, die Abwanderung bekannter Marken wie MediaMarkt in die Cyta Völs sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Im S+M City Retail Österreich-Check des Handelsverbands im März 2025 wird für Innsbruck eine Verkaufsfläche von 114.100 m² mit 748 Shops angegeben. Der Filialisierungsgrad liegt bei 30,2 %, die Leerstandsquote bei 5,0 % und die Fluktuationsrate bei 10,6 %. Im Jahr 2024 waren es noch 117.100 Quadratmeter Verkaufsfläche mit 717 Shops, während die Leerstandsquote bei 4,3 Prozent und die Fluktuationsrate bei 16,2 Prozent lag. Der Stadtsenat hat daher einstimmig beschlossen, die Aktualisierung der Einzelhandelsstrukturanalyse für den Standortraum Innsbruck, Rum und Völs gemeinsam mit dem Tourismusverband Innsbruck und der Wirtschaftskammer Tirol in Auftrag zu geben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 52.800 Euro, wovon die Stadt Innsbruck 38.800 Euro trägt.
„Ziel dieser Aktualisierung ist es, die 2002 begonnene Zeitreihe fortzuführen und die Einzelhandelsstruktur der Stadt Innsbruck sowie der beiden Nachbargemeinden Völs und Rum umfassend zu erheben und mit den bisherigen Daten zu vergleichen. So können langfristige Entwicklungen besser bewertet werden“, erklärte Wirtschaftsstadträtin Mariella Lutz.
Stadträtin Janine Bex betont, dass auch die Stadtplanung von den Daten profitieren wird: „Mit der aktualisierten Einzelhandelsstrukturanalyse schaffen wir eine solide Wissensbasis, um den Handel im Standortraum Innsbruck zukunftsfit auszurichten. Die Ergebnisse fließen direkt in einen klaren Strategie- und Maßnahmenplan ein, der Orientierung bietet und unser Handeln zielgerichtet macht. Damit stellen wir sicher, dass die Entwicklung im Einzelhandel mit den Zielen des ÖROKO 2.0 im Einklang steht – und wir gemeinsam eine lebendige, nachhaltige und widerstandsfähige Handelslandschaft gestalten, die den Menschen in unserer Stadt und Region zugutekommt.“


