Die Stromkosten in Österreich werden 2025 für viele Haushalte erheblich steigen, insbesondere aufgrund der stark ansteigenden Netzentgelte. In Niederösterreich verzeichneten diese im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um etwa 42 Prozent. eFriends aus Nappersdorf bietet eine lokale Lösung mit Kostenvorteilen im Bereich der Netzentgelte.
WIEN. Verbraucher sehen sich in diesem Jahr mit deutlich höheren Strom- und Gasrechnungen konfrontiert. Eine aktuelle Analyse der Ökostrom-Plattform „eFriends“, die den effizienten Einsatz und die gemeinschaftliche Nutzung von Strom fördert, verdeutlicht diese Entwicklung.
Steigende Netzentgelte
Die Erhöhung der Stromrechnungen lässt sich nicht allein auf die Entwicklung der Energiepreise zurückführen, sondern ist insbesondere auf die stark steigenden Netzentgelte zurückzuführen. Diese Gebühren zahlen Strom- und Gasnutzer an die Netzbetreiber für die Nutzung der Versorgungsnetze.
Der Untersuchung zufolge stiegen die Netzentgelte in Niederösterreich in diesem Jahr entgegen den offiziellen Angaben um 42,2 Prozent, während die kommunizierte Erhöhung bei lediglich 32,9 Prozent liegt. Anbieter berufen sich häufig auf veraltete Vergleichswerte, was zu einem verzerrten Bild für die Verbraucher führt. Tatsächlich sind die durchschnittlichen Netznutzungsentgelte in Österreich von 7,5 auf 9,2 Cent/kWh gestiegen.
In anderen Bundesländern noch drastischer
Die Diskrepanz ist darauf zurückzuführen, dass Anbieter die Preissteigerungen lediglich auf angepasste Kosten wie Grundpreise und Netznutzungsentgelte beziehen. Aufgrund regulatorischer Maßnahmen werden 2025 indirekte Kosten hinzukommen, die 2024 entweder ausgesetzt oder stark reduziert waren, darunter die Elektrizitätsabgabe und die Erneuerbaren Förderbeiträge. Dies führt insgesamt zu einer signifikanten Mehrbelastung auf den Stromrechnungen, die je nach Verbrauch und Bundesland variiert.
„Die Konsumenten benötigen mehr Transparenz auf dem Strommarkt, nicht weniger“, fordert Matthias Katt, Geschäftsführer und Gründer von „eFriends“ sowie Verfasser der Analyse. Laut Katt werden viele Verbraucher am Ende des Jahres von den Kosten überrascht sein. „Konsumenten verdienen faire Preise und erschwingliche Alternativen“, betont er und schlägt gleichzeitig eine Lösung vor.
Regionale eCommunity als Alternative
Ein Ansatz zur Bewältigung der steigenden Kosten bietet die österreichische Strom-Community eFriends. Haushalte, die innerhalb der Community Strom lokal beziehen – von Produzenten im Umkreis von zehn Kilometern – profitieren ab 1. Juli 2025 von einer Vergütung auf das Netzentgelt: Im Durchschnitt werden 3 Cent/kWh rückvergütet, was einer Ersparnis von bis zu 35 Prozent auf den Netzkostenanteil entspricht.
„Wir möchten aktiv dazu beitragen, dass regionale Energieerzeugung ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist“, erklärt Matthias Katt. „Unsere Community schafft faire Verbindungen zwischen Konsumenten und Produzenten, mit mehr Kontrolle, Transparenz und messbaren Vorteilen bei der Stromrechnung.“
Hintergrund: Die eFriends Community
eFriends vernetzt über 1.180 PV-Anlagen, 13 Kleinwasserkraftwerke und vier Biogasanlagen in ganz Österreich. Der Strom wird in Echtzeit zwischen den Teilnehmern geteilt, ohne die Gründung einer eigenen Energiegemeinschaft. Die Abrechnung erfolgt über die eFriends-App oder Watch+, in der Nutzer sehen können, woher ihre Energie stammt und mit wem sie verbunden sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Energiegemeinschaften ermöglicht eFriends eine Versorgung aus der Community von bis zu 80 bis 100 Prozent und verwendet Netzstrom nur dann, wenn kein Strom aus der Community verfügbar ist.
Zudem besteht die Möglichkeit, überschüssigen Strom zu spenden, kostenlos innerhalb der Familie zu teilen oder an verschiedenen Standorten zu nutzen. „Auch Konsumenten ohne PV-Anlage finden bei uns optimale Lösungen“, ergänzt Geschäftsführerin Klara Dimmel abschließend.


