Tirol investiert 1,1 Millionen Euro in überbetriebliche Lehre für Chancengleichheit 2026

Feber 9, 2026 13:07
Tirol investiert 1,1 Millionen Euro in überbetriebliche Lehre für Chancengleichheit 2026

Jeder junge Mensch soll die Chance auf eine Ausbildung und eine berufliche Perspektive haben. Genau hier setzt die überbetriebliche Lehrausbildung in Tirol an. Sie richtet sich an Jugendliche, die keine klassische Lehrstelle finden oder ihre betriebliche Ausbildung abbrechen mussten. Auch im Jahr 2026 setzt das Land Tirol trotz notwendiger Einsparungen einen klaren ausbildungspolitischen Schwerpunkt: Mit knapp 1,1 Millionen Euro stärkt die Landesregierung – auf Antrag von Wirtschaftslandesrat Mario Gerber – Ausbildung, Chancengleichheit und die Sicherung von Fachkräften. Darüber berichtet Welt Stimme.

TIROL. Während die duale Lehrausbildung direkt in einem Betrieb stattfindet, schließen Jugendliche in der überbetrieblichen Lehrausbildung ihren Ausbildungsvertrag mit einer Schulungseinrichtung ab. Diese arbeitet eng mit Unternehmen zusammen und bereitet die Lehrlinge gezielt auf den Arbeitsmarkt vor. Ziel ist es, möglichst viele Jugendliche in eine reguläre betriebliche Lehre zu vermitteln. Ist das nicht möglich, kann die gesamte Ausbildung überbetrieblich absolviert und mit der Lehrabschlussprüfung abgeschlossen werden.

„Bildung ist unsere wichtigste Ressource, die praxisorientierte Ausbildung im Rahmen einer Lehre ein ganz besonderer Trumpf. Mit der überbetrieblichen Lehrausbildung garantieren wir Bildung für jene Jugendlichen, die besondere Unterstützung brauchen. Wir geben jungen Menschen Perspektiven und Planungssicherheit – wer lernen und arbeiten will, bekommt in Tirol die Chance dazu. Denn wir brauchen jeden Lehrling in unserem Land“

betont Landeshauptmann Anton Mattle.

Zukunftsweisendes Modell für Fachkräfte von morgen

Auch Wirtschaftslandesrat Mario Gerber unterstreicht die Bedeutung des Angebots: „Die überbetriebliche Lehre ist ein zukunftsweisendes Angebot: Sie gibt Jugendlichen, die auf dem regulären Ausbildungsmarkt vor größeren Hürden stehen, eine echte Chance. Mit der Fortführung der Förderung für 2026 unterstreicht Tirol sein Engagement für Ausbildung und Fachkräftesicherung. Jeder unterstützte Lehrling ist ein Gewinn für unsere Betriebe und unsere Gesellschaft.“ Jugend- und Arbeitslandesrätin Astrid Mair sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit: „Gerade in herausfordernden Zeiten muss Ausbildung für alle möglich sein. Die überbetriebliche Lehre bietet eine stabile Perspektive – unabhängig davon, ob Jugendliche sofort einen Lehrbetrieb finden. Sie stärkt Selbstvertrauen, vermittelt berufliche Fähigkeiten und eröffnet Wege in dauerhafte Beschäftigung.“

AMS Tirol investiert 5,3 Millionen Euro

Angesichts der gestiegenen Jugendarbeitslosigkeit stellt das AMS Tirol zusätzliche Mittel in Höhe von 5,3 Millionen Euro für die überbetriebliche Lehrausbildung bereit. „Die überbetriebliche Lehre ist kein Übergangsangebot, sondern ein aktives arbeitsmarktpolitisches Instrument. Wir qualifizieren junge Menschen dort, wo sie der Markt heute noch nicht aufnehmen kann“, erklärt AMS-Tirol-Geschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger. Ausbildungsstandorte für alle Lehrberufe gibt es in allen Tiroler Bezirken, spezialisierte Ausbildungen im Bereich Metalltechnik und Metallverarbeitung werden unter anderem in Wattens angeboten. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf Sonderformen wie der verlängerten Lehre und der Teilqualifizierung. Seit Beginn des Ausbildungsjahres 2025/26 haben 91 Jugendliche eine überbetriebliche Lehre gestartet, weitere 215 eine Vorbereitungsmaßnahme begonnen.

Angebote in allen Tiroler Bezirken

Die Qualifizierungs- und Schulungsangebote werden in Innsbruck, Wörgl, Lienz, Reutte, Kitzbühel, Kufstein, Landeck, Imst, Wattens und Schwaz angeboten. Neben allgemeinen Lehrgängen und der integrativen Berufsausbildung liegt ein Schwerpunkt auf den Bereichen Metalltechnik und Metallbearbeitung.

Interessierte Jugendliche können sich an die Jugendberatung ihrer regionalen AMS-Geschäftsstelle wenden.

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