Tirol stärkt duale Ausbildung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

September 17, 2025 23:42
Tirol stärkt duale Ausbildung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

LA Peter Seiwald: Tirol stärkt die praxisnahe Bildung; Landtagsinitiative zur Stärkung der Lehre.

TIROL, BEZIRK KITZBÜHEL, ST. JOHANN. Die duale Ausbildung, die Lehre im Betrieb und Unterricht in der Berufsschule kombiniert, gilt als eine der Stärken des österreichischen Bildungssystems. VP-Bezirksparteiobmann LA Peter Seiwald hebt hervor:

„Diese Form der Ausbildung bietet jungen Menschen eine echte Chance und sichert gleichzeitig die Fachkräfte, die unsere Betriebe dringend brauchen.“

Frühzeitige Berufsorientierung

Im Bezirk Kitzbühel wird die duale Ausbildung aktiv gefördert. Maßnahmen wie das Projekt „Kinder machen Wirtschaft – KIWI“, zahlreiche Bildungsmessen und die jährliche Lehrlingsgala, bei der die Preisträger der Lehrlingswettbewerbe/Tirol Skills ausgezeichnet werden, sind Teil dieser Initiativen (darüber berichtet Welt Stimme).

Das Modell „Lehre PLUS Matura“ ermöglicht es Jugendlichen in Tirol, gleichzeitig eine Lehre und die Matura zu absolvieren, ohne Kosten und berufsbegleitend. Die Ausbildung erfolgt je nach Modell integriert während der Arbeitszeit oder begleitend in der Freizeit.

„Man verdient früh eigenes Geld, kann das tun, was einem liegt, und hat gleichzeitig alle Möglichkeiten zur Weiterentwicklung – eine echte Chance für alle jungen Menschen“,

betont Seiwald.

Infrastruktur weiter verbessern

Ein Beispiel für diese Bemühungen ist die Tiroler Fachberufsschule für Handel und Büro in Kitzbühel. Die Schule wird derzeit um ein Stockwerk erweitert, während neue Werkstätten im Kellergeschoss entstehen und ein Lift für Barrierefreiheit sorgt. Die Fertigstellung ist für Herbst 2025 geplant, um dem steigenden Bedarf in den Lehrberufen Büro, Einzelhandel und Sportgerätefachkraft gerecht zu werden.

Landtagsinitiative zur Stärkung der Lehre

Seiwald hat sich zudem auf Landesebene für verbesserte Rahmenbedingungen für Lehrlinge, einschließlich des zweiten Bildungsweges, eingesetzt. Eine Landtagsinitiative zur Stärkung der Lehre hat die Landesregierung beauftragt, neue finanzielle Unterstützungsmodelle zu entwickeln und die Anerkennung von Ausbildungen zu erleichtern. Da viele Aspekte in die Zuständigkeit des Bundes fallen, wird auch die neue Bundesregierung aufgefordert, zusätzliche Förderungen und finanzielle Unterstützung bereitzustellen.

„Es gibt zwar bereits Förderschienen wie das Bildungsgeld ‚Update‘ oder auch AMS-Förderungen, dennoch ist wichtig, dass duale Ausbildungen nicht nur monetär, sondern allgemein gefördert werden. Eine Anrechnung von Ausbildungen untereinander soll vereinfacht werden“,

so Seiwald.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung eines Diploms für Lehrberufe ohne Meisterprüfung. Seiwald ist überzeugt, dass dies auch in diesen Bereichen echte Weiterentwicklung und Sichtbarkeit von Qualifikationen ermöglicht. Zudem soll die Rot-Weiß-Rot-Karte Plus reformiert werden, um Drittstaatsangehörigen den Zugang zur Lehrausbildung zu erleichtern.

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