Voestalpine startet größte Forschungsinitiative für CO2-freien Stahl in Österreich

September 25, 2025 19:52
Voestalpine startet größte Forschungsinitiative für CO2-freien Stahl in Österreich

Der Anlagenbauer Primetals Technologies, der Stahlkonzern voestalpine und der Bergbaukonzern Rio Tinto haben den Baubeginn der ersten industriellen Demonstrationsanlage zur Herstellung von CO2-freiem Stahl, Hy4Smelt, bekannt gegeben. Diese innovative Einrichtung kombiniert eine wasserstoffbasierte Direktreduktion für ultrareine Eisenerze mit einem elektrischen Schmelzprozess.

Die Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage ist bis Ende 2027 geplant, das Projekt endet 2030 und die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 170 Millionen Euro. Laut voestalpine handelt es sich um das größte Forschungsprojekt für den Klimaschutz in Österreich. Herbert Eibensteiner, CEO von voestalpine AG, sagte: „Als voestalpine sind wir bereits erfolgreich auf unserem Weg zur nächsten Generation der Stahlerzeugung. Um unser langfristiges Ziel einer Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen bis 2050 zu erreichen, forschen wir gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bereits an mehreren neuen Verfahren und investieren in Projekte, die neue Wege in der Stahlerzeugung aufzeigen. Der heutige Baustart der weltweit einzigartigen Demonstrationsanlage Hy4Smelt bestätigt einmal mehr unsere Technologie- und Innovationsführerschaft auch im Bereich der grünen Stahlproduktion.“ Darüber berichtet Welt Stimme.

Voestalpine verfolgt mit dem Programm greentec steel einen Stufenplan zur Transformation ihrer Stahlproduktion. Ab 2027 sollen an den Standorten Linz und Donawitz jeweils grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen in Betrieb genommen werden. Bis 2029 wird erwartet, dass bis zu 30 % der CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 eingespart werden, was nahezu fünf Prozent der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs entspricht. Damit ist greentec steel das größte Klimaschutzprogramm in Österreich.

„Revolution der Branche“

„Mit dem heutigen Spatenstich gehen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung CO2-neutraler Eisenerzeugung. Wir führen Technologielösungen ein, die das Potenzial haben, die gesamte Branche zu revolutionieren“, erklärte Alexander Fleischanderl, CTO und Head of Green Steel bei Primetals Technologies. „Die Stahlindustrie muss neue Wege gehen. Kohlebefeuerte Hochöfen, seit Jahrhunderten das Rückgrat der Eisenerzeugung, verursachen erhebliche und zunehmende Umweltbelastungen. Genau hier setzen wir an – mit diesen Lösungen ebnen wir den Weg für eine neue Ära in der Eisenerzeugung.“

Für die Hy4Smelt-Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab in Linz hat Primetals Technologies zudem eine strategische Partnerschaft mit der Mitsubishi Corporation geschlossen, einem integrierten Handels- und Investmentunternehmen, das als Co-Investor fungiert.

Rohstoffe und Know-how vom Bergbaukonzern Rio Tinto

Rio Tinto wird 70 % des benötigten Eisenerzes für die Hy4Smelt-Anlage bereitstellen und auch technische Unterstützung für das Projekt leisten. Rafael Azevedo, General Manager von Iron Ore Sales and Marketing Atlantic bei Rio Tinto, erklärte: „Durch die Bereitstellung unserer Eisenerzressourcen sowie unserer technischen Expertise leisten wir einen Beitrag zur Erforschung innovativer Verfahren für eine emissionsarme Eisenproduktion. Auch wenn noch viele Erkenntnisse zu gewinnen sind, sind wir zuversichtlich, dass Wirbelschicht- und Elektroschmelztechnologien ein vielversprechendes Potenzial für die nachhaltige Weiterentwicklung der Stahlindustrie bieten.“

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