Zu Beginn des ersten Adventwochenendes startet auch das große Weihnachtsshopping im Wiener Einzelhandel. Ob die Kassen klingeln, bleibt abzuwarten, da die Kauflust durch die Inflation merklich gedämpft ist. Dennoch zeigen sich Wiens Einzelhändler aufgrund einer neuen Konsumentenbefragung optimistisch. Man erwartet durchschnittliche Umsätze von 305 Euro je Kunde. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN. Im Gegensatz zum Tourismus richtet sich der Wiener Einzelhandel hauptsächlich an die lokale Kundschaft. Die hohe Inflation hat auch in diesem Jahr die Kauflust stark beeinträchtigt. Dennoch bleibt die Stimmung zum Jahresende beim Weihnachtsshopping optimistisch.
Laut einer aktuellen Umfrage der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien (WKW) planen 88 Prozent der Wienerinnen und Wiener, in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das entspricht etwa 1,5 Millionen Menschen, die gemeinsam mehr als zehn Millionen Geschenke erwerben. Insgesamt werden Ausgaben von rund 460 Millionen Euro erwartet.
Weihnachten als entscheidender Umsatzfaktor
Die Obfrau des Wiener Handels in der WKW, Margarete Gumprecht, sieht in dieser Entwicklung ein wichtiges Signal in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten: „Die Wienerinnen und Wiener möchten ihren Liebsten etwas schenken. Selbst wenn heuer bewusster budgetiert wird, bleibt die Kaufbereitschaft hoch. Es ist erfreulich, dass Weihnachten als wichtigster Anlass für Geschenke ungebrochen stark bleibt.“
Für viele Händler ist ein erfolgreiches Vorweihnachtsgeschäft entscheidend. Laut Gumprecht machen Spielwarenhändler etwa bis zu 40 Prozent ihres Jahresumsatzes in der Adventszeit. Auch andere Branchen, wie Uhren- und Schmuckhandel, Bekleidung, Drogerien und Buchhandlungen, sind auf die Ausgaben während der Adventszeit angewiesen.
„Im Wiener Einzelhandel hegt man die Hoffnung, dass die Menschen sich von der guten Stimmung und dem vielfältigen Angebot inspirieren lassen – und am Ende vielleicht doch etwas mehr ausgeben, als ursprünglich geplant“, fügt Gumprecht hinzu. Man rechnet im Durchschnitt mit Ausgaben von 305 Euro pro Kunde. Die Mehrheit plant ein Budget zwischen 200 und 400 Euro (31 Prozent), während 21 Prozent zwischen 100 und 200 Euro einplanen. Sieben Prozent beabsichtigen Ausgaben über 800 Euro.
Geschenketrends und Budgetplanung
Die Umfrage zeigt nicht nur die Höhe der Ausgaben, sondern auch, für wen Geschenke gekauft werden: Am häufigsten werden Partner (62 Prozent) und Kinder (60 Prozent) beschenkt. Nahezu die Hälfte der Befragten (48 Prozent) plant Geschenke für Eltern, und ein Drittel für Geschwister (34 Prozent). Durchschnittlich werden sieben Geschenke gekauft, was dem Vorjahr entspricht.
Beliebt sind Gutscheine, die mit 33 Prozent zu den häufigsten Geschenken gehören. Auch Spielwaren (31 Prozent) und Bekleidung oder Textilien (24 Prozent) sind gefragt. Bücher erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit (23 Prozent). Allerdings sind 21 Prozent der Geschenke schlicht Bargeld. Auffällig ist, dass rund 20 Prozent der Befragten in den letzten Wochen bewusst weniger konsumiert haben, um mehr Geld für Weihnachten zur Verfügung zu haben. Ein Viertel hat bestimmte Produkte oder Erlebnisse bewusst für den Weihnachtszeitpunkt „aufgespart“.
Wachsender Online-Handel
Zunehmend planen Befragte (57 Prozent), zumindest einen Teil ihrer Geschenke online zu bestellen und dafür durchschnittlich 200 Euro auszugeben. „Viele heimische Betriebe reagieren erfolgreich auf diese Entwicklung und setzen verstärkt auf eigene digitale Vertriebskanäle. Dennoch steht der Online-Handel unter massivem Druck durch globale Plattformen“, erklärt Gumprecht.
Mehr als die Hälfte der Online-Ausgaben fließt mittlerweile zu internationalen Plattformen. Im vergangenen Jahr wurden 4,6 Milliarden Kleinsendungen unter 150 Euro in die EU importiert, 91 Prozent davon aus China. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Umwelt.


