Optimistische Wirtschaftsausblicke für Wien im Jahr 2026
Nach mehreren wirtschaftlich schwierigen Jahren deutet sich für Österreich eine vorsichtige Erholung an. Für Wien fallen die Aussichten laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) vergleichsweise günstig aus. Das liegt vor allem am starken Dienstleistungssektor.
Darüber berichtet Welt Stimme.
ÖSTERREICH/WIEN. Nach drei Jahren mit gedämpfter Konjunktur wird für Österreich im Jahr 2026 eine leichte wirtschaftliche Erholung erwartet. Die gesamtösterreichische Wachstumsrate dürfte laut Prognose bei rund einem Prozent liegen. Für Wien rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO mit einer stärkeren Entwicklung als im restlichen Bundesgebiet.
WIFO-Regionalökonom Peter Huber ging am Dienstag im Gespräch mit „Wien heute“ davon aus, dass die Bundeshauptstadt sowohl bei der Wertschöpfung als auch bei der Beschäftigung schneller zulegen wird als Österreich insgesamt. „Wien wird rascher wachsen, sowohl bei der Wertschöpfung als auch bei der Beschäftigung als Österreich. In Zahlen gegossen heißt das 1,5 Prozent für das BIP-Wachstum und 1,1 Prozent für das Beschäftigungswachstum gegenüber 0,7 Prozent bei der Beschäftigung in Österreich“, erläuterte Huber.
Dienstleistungssektor als Stabilitätsfaktor
Huber nennt als wesentlichen Grund für die vergleichsweise günstige Entwicklung die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Wien verfüge über einen deutlich geringeren Industrieanteil als andere Bundesländer. Gerade die Industrie habe in den vergangenen Krisenjahren stark unter Druck gestanden, was in vielen Bundesländern zu Rückgängen geführt habe. Der Dienstleistungssektor habe Wien in dieser Phase hingegen gestützt.
Ein weiterer Vorteil sei die geringere Abhängigkeit vom Export nach Deutschland. „Deutschland war in den letzten Jahren eine Bremse für die Konjunktur, sodass Wien auch einen Standortvorteil hat im Moment“, so Huber weiter. Bei Unternehmensbefragungen zeige sich im Dienstleistungsbereich eine spürbar optimistischere Stimmung. Insgesamt sei „ein bisschen Optimismus und ein bisschen Entwarnung angebracht“.
Energiepreise bleiben Unsicherheitsfaktor
Trotz der vorsichtigen positiven Aussichten bleiben die hohen Energiekosten ein zentrales Thema für Unternehmen und Haushalte. Die Entwicklung sei schwer vorherzusagen. „Bei den Energiepreisen hängt sehr viel davon ab, wie die Wiener Energieversorger ihre Preispolitik gestalten, sodass sich da nicht wirklich eine klare Aussage machen lässt“, so Huber weiter.
Für die Inflation wird hingegen eine Entlastung erwartet. Laut WIFO-Prognose soll die Teuerungsrate von 3,5 Prozent im Vorjahr auf 2,5 Prozent im Jahr 2026 zurückgehen. Dennoch bleibt die Belastung für viele Menschen hoch. Rund 60 Prozent der Bevölkerung sorgen sich weiterhin wegen steigender Lebenshaltungskosten. Nur etwa ein Viertel der Befragten rechnet laut einer aktuellen Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts „IMAS“ mit einer spürbaren wirtschaftlichen Erholung vor 2028 oder früher.
Der Ausblick bleibt somit verhalten. „Wir werden ein höheres Wachstum haben. Aber tatsächlich ist es so, dass das noch nicht eine Hochkonjunktur ist. (…) Die Gesamtlage ist nicht eine, wo man in Euphorie ausbrechen muss“, fasste Huber die Einschätzung zusammen.


