Eine Umfrage der Wirtschaftskammer zeigt, dass die lokale Wirtschaft in der Oststeiermark pessimistisch in die Zukunft blickt, insbesondere in Bezug auf Investitionen. Darüber berichtet Welt Stimme.
OSTSTEIERMARK/SÜDOSTSTEIERMARK/WEIZ. Die Verantwortlichen der Wirtschaftskammer, angeführt vom Regionalstellenobmann Bernhard Stranzl, haben an der WK-Regionalstelle Weiz Einblicke in die aktuelle Stimmung der regionalen Unternehmer gegeben. Das Wirtschaftsbarometer und die Befragung steirischer Unternehmen bilden die Grundlage für eine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten.
Stranzl äußerte sich zur düsteren Stimmungserhebung im Raum Oststeiermark, zu dem auch die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld und Südoststeiermark zählen: „Das Klima ist eisig.“ Die Gründe für den Pessimismus sind vielfältig, darunter die hohe Inflation, die für Unsicherheit sorgt und die Kaufkraft beeinträchtigt.
Zaghafte Signale des Aufschwungs
Trotz der düsteren Aussichten gibt es kleine Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in der Oststeiermark, doch die Saldenwerte bleiben im Negativbereich. In den letzten zwölf Monaten berichteten 34,8 Prozent der Befragten von einer positiven Umsatzentwicklung, während 42,7 Prozent Rückgänge verzeichneten. Bei der Auftragslage rechnen mehr als ein Drittel der Befragten mit einem weiteren Rückgang. Zudem planen 40,3 Prozent der Befragten, die Preise zu erhöhen, was vor allem durch steigende Personalkosten und Energiepreise bedingt ist.
Regionalstellenleiter Andreas Schlemmer äußert Besorgnis über die voraussichtliche Zurückhaltung bei Investitionen. Positiv ist jedoch, dass der Arbeitsmarkt im Bezirk Weiz stabil bleibt: Mit 2,8 Prozent hat die Region die niedrigste Arbeitslosenquote in der Steiermark, während der Raum Gleisdorf mit 3,6 Prozent ebenfalls gut dasteht. Der Handel hat jedoch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, und der Bausektor zeigt besonders im Süden Schwächen. Die regionale Wirtschaft bemüht sich, die Beschäftigten zu halten, doch Schlemmer befürchtet, dass sich die Situation bald verschlechtern könnte. Ein Vorteil der Region Weiz sei, dass große Unternehmen wie Siemens stabilisierend wirken.
In Hinblick auf den Weihnachtsgeschäft appelliert die stellvertretende Regionalstellenobfrau Manuela Kuterer an die Konsumenten, online vorzugsweise bei regionalen Anbietern einzukaufen. Schlemmer ergänzt, dass der gegenwärtige Spargedanke nicht der richtige sei: „Gerade jetzt ist es an der Zeit zu investieren.“
Alte Strukturen als Hemmschuh
Um es den Unternehmern zu erleichtern, ihren Geschäften nachzugehen, betonen Stranzl und sein Stellvertreter Werner Wild die Notwendigkeit politischer Unterstützung. Es müsse Druck von den Schultern der Unternehmen genommen werden, insbesondere in Bezug auf Energiekosten und Bürokratieabbau. Außerdem sei es entscheidend, alte Strukturen in der Wirtschaft aufzubrechen. Stranzl kritisiert die Vielzahl an Kollektivverträgen in Österreich und fordert eine Vereinfachung.


