Wirtschaftskammer Steiermark: 92.000 Anfragen verdeutlichen Herausforderungen für Unternehmen im Jahr 2025

Jänner 4, 2026 10:57
Wirtschaftskammer Steiermark: 92.000 Anfragen verdeutlichen Herausforderungen für Unternehmen im Jahr 2025

Wirtschaftskammer Steiermark bilanziert 92.000 Anfragen im Jahr 2025

Die Wirtschaftskammer Steiermark hat im Jahr 2025 insgesamt 92.000 Servicefälle registriert. Dies umfasst unter anderem 29.000 betreute Mitgliedsbetriebe, 21.000 steuerliche Anfragen, davon 12.400 im Bereich Zoll, sowie 16.900 Beratungen zu Wirtschafts- und Gewerberecht und nahezu 15.000 Anfragen zu Arbeit und Sozialem. „Die unternehmerischen Herausforderungen quer durch alle Branchen und Regionen haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig die WK als Ansprechpartner für unsere Unternehmen ist“, erklärt Kammerdirektor Karl-Heinz Dernoscheg. Darüber berichtet Welt Stimme.

Diese Zahlen belegen einerseits die Leistungsfähigkeit der Organisation in einem wirtschaftlich turbulenten Jahr. Andererseits spiegeln sie die Schwierigkeiten wider, mit denen die Wirtschaftskammer konfrontiert war und die das öffentliche Bild der Interessensvertretung beeinträchtigten. Endlose Diskussionen über Gehälter von Spitzenfunktionären, die auch die steirische Verantwortung trugen, mündeten schließlich in den Rücktritt des obersten österreichischen Kämmerers Harald Mahrer.

Komplexität des Regelwerks erfordert zunehmende Unterstützung

Ein weiterer Blick auf die Struktur der Anfragen zeigt, dass Großbetriebe mit mehr als 250 Beschäftigten eine Kontaktquote von 91 Prozent aufweisen und sich im Durchschnitt 47 Mal pro Jahr an die Kammer wenden. Im Jahr 2025 suchten Klein- und Kleinstunternehmen rund 27.000 Mal Unterstützung. Diese hohe Nachfrage an externer Hilfe selbst durch erfahrene Unternehmen ist ein Indiz für ein immer komplizierteres Regelwerk, wobei sowohl Regierung als auch Kammer seit Jahren auf Verbesserungen drängen.

Die thematischen Schwerpunkte der Anfragen sind ebenfalls aussagekräftig. Steuer- und Zollfragen stehen an oberster Stelle, was in einer exportorientierten Region wie der Steiermark nicht überraschend ist. Die Vielzahl an Zollanfragen verdeutlicht, wie stark internationale Unsicherheiten sowie neue Handelsregeln und administrativen Hürden Investitionsentscheidungen beeinflussen. Die Servicebilanz reflektiert somit die belastete Lage des Standorts.

Digitale Angebote und hohe Mitgliederzufriedenheit

Die Wirtschaftskammer hebt den Ausbau digitaler Services hervor: Rund 90 Online-Services stehen inzwischen zur Verfügung, von Rechentools für Einzelunternehmer bis zu KI-gestützten Branchensuchen. Trotz dieser Digitalisierungsanstrengungen bleibt der persönliche Kontakt das Rückgrat des Systems. Die 92.000 individuellen Beratungen im Jahr belegen, dass digitale Lösungen zwar unterstützen, die Komplexität des Alltags jedoch nicht grundsätzlich senken können.

Die hohe Zufriedenheit der Mitglieder ist bemerkenswert: Eine Durchschnittsnote von 1,28 und ein Net Promoter Score von 72,6 zeigen, dass fast 70 Prozent der Befragten eine Weiterempfehlung als „äußerst wahrscheinlich“ einschätzen, was die Fachkompetenz und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstreicht. Obgleich die Beratungsqualität hoch ist, bedarf es dennoch Reformen innerhalb des Systems.

Ein Blick in das „Talentcenter“ zeigt, dass im Jahr 2025 der 50.000ste Talentcheck gefeiert wurde. Insgesamt wurden knapp 7.000 Berufsorientierungs-Testungen durchgeführt, wobei mehr als 500 Kinder und Jugendliche MINT- und Ferienerlebnisse in Anspruch nahmen.

Politisch verweist die Kammer auf Initiativen wie Deregulierung, Standortpartnerschaften und Reformprojekte wie die „Area Süd“. Somit ist die Servicebilanz der WK Steiermark mehr als nur ein Leistungsnachweis; sie stellt einen wirtschaftspolitischen Befund dar. Die 92.000 Anfragen verdeutlichen den dringenden Bedarf an echter Entlastung, klaren Gesetzen und verlässlichen Rahmenbedingungen.

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