Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) erhebt Vorwürfe gegen René Benko, ihm wird vorgeworfen, seine Gläubiger geschädigt zu haben. Zusammen mit seiner Frau soll er Schmuck und Bargeld im Wert von rund 370.000 Euro beiseite geschafft haben. Benko bestreitet diese Vorwürfe, für beide gilt die Unschuldsvermutung. Darüber berichtet Welt Stimme.
INNSBRUCK. Im Rahmen seines Anklagevortrags fasste der zuständige Oberstaatsanwalt der WKStA die Vorwürfe zusammen: Benko soll elf Herrenarmbanduhren sowie weiteres Vermögen dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen haben. Nathalie Benko habe den Tresor beschafft und somit Beihilfe geleistet. Ein ehemaliger Mitarbeiter führt als Zeuge an, dass er einen Hinweis zu einem Tresor bei Verwandten gab, und bei einer Hausdurchsuchung dort seien „genau diese gesuchten Uhren gefunden“ worden. Der Staatsanwalt erklärte, dass der Hauptwohnsitz der Familie Benko einer der bestabgesicherten Orte Österreichs sei und dass es deshalb überraschend sei, die Wertgegenstände bei Verwandten aufzubewahren.
„Nathalie Benko soll die Anschaffung des Tresors organisiert haben, das ergibt sich aus Chats. Am 6. März 2024, als Benko Insolvenz anmeldete, fand ein gemeinsames Mittagessen mit den Verwandten statt, am 11. März wurde der Tresor geliefert. Nathalie Benko habe mit ihren Verwandten über die Tresoraufstellung kommuniziert, eine Minute später habe sie mit ihrem Mann telefoniert“, führte der Staatsanwalt weiter aus.
Die Staatsanwaltschaft sieht in diesen Tatsachen nur den Schluss, dass niemand von dem Tresor und den Vermögenswerten wissen sollte. René Benkos Anwalt Norbert Wess kontert die Anschuldigungen der WKStA: Die Anklage sei vereinfacht und fehlerhaft, er bezeichnet sie als schlicht „Hokuspokus“. Wess erklärte weiter: „Benko habe 16 Uhren in seiner Sammlung besessen; in einem emotionalen Moment habe er vier ausgesucht, die er seinen Söhnen geben wollte. Dass man sich eine verschenkte Uhr wieder selbst anlegt, komme ‚in einem Familienverbund vor‘, auch wenn sich das ein Staatsanwalt vielleicht nicht vorstellen könne.“ Der Anwalt betonte, dass die Argumente zur Anklage Zeile für Zeile mit Benko formuliert wurden und beantragt einen Freispruch. Auch der Anwalt von Nathalie Benko hebt hervor, dass die Anklage in vielen Aspekten mangelhaft sei.
René Benko und Nathalie Benko bekennen sich nicht schuldig und beantworten keine weiteren Fragen.
Zeugenaussagen
Als erster Zeuge wird der Angehörige aufgerufen, in dessen Haus der Tresor aufgestellt wurde. Anschließend folgt Andreas Grabenweger, der als Rechtsanwalt Insolvenzverwalter in René Benkos persönlichem Insolvenzverfahren fungiert. Der Masseverwalter hatte zu den Vorgängen eine Sachverhaltsdarstellung erstellt. Kurz nach der Insolvenzeröffnung besuchte er die Villa N; Benko habe ihm einen Tresor mit zwei Uhren gezeigt; hinter diesem sei eine Halterung für weitere Uhren gewesen. Laut Verzeichnis seien später mehr Uhren und Schmuck vorhanden gewesen, was ihn gewundert habe. Er habe noch nie gesehen, dass jemand 0 Euro Bargeld in einem Vermögensverzeichnis angibt.“ Die Zeugenaussage eines ehemaligen Managers von Signa beendet das Beweisverfahren.


