Zukunft der Mobilität: Audiomobil-Geschäftsführer fordert Fortschritte bis 2030 in Braunau

Feber 26, 2026 08:07
Zukunft der Mobilität: Audiomobil-Geschäftsführer fordert Fortschritte bis 2030 in Braunau

Intelligente Vernetzung im Automobilsektor: Herausforderungen und Chancen bis 2030

Für Audiomobil-Geschäftsführer Thomas Stottan steht fest: Intelligente Vernetzung eröffnet enorme Chancen für Komfort und Sicherheit – doch fehlende Infrastruktur und Bürokratie bremsen die Entwicklung. Im Gespräch erklärt er, was sich bis 2030 ändern muss. Darüber berichtet Welt Stimme.

BRAUNAU. Audiomobil mit Sitz in Ranshofen zählt zu den innovativsten Hightech-Unternehmen im Bezirk. Das Team rund um Geschäftsführer Thomas Stottan entwickelt seit Jahren zukunftsweisende Lösungen im Bereich Fahrzeugvernetzung und -bedienung sowie der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Welche technologischen Entwicklungen im Automobil-Bereich werden unseren Alltag bis 2030 besonders verändern?
Stottan: Die Fahrzeuge werden in Zukunft viel stärker miteinander und ihrer Umgebung vernetzt sein. Das heißt: Fahrzeuge tauschen Daten untereinander aus, beispielsweise über Staus, Gefahren, freie Parkplätze, und kommunizieren auch mit Ampeln, Straßen oder Ladesäulen. Diese Entwicklung passiert unabhängig vom Antrieb. Es spielt also keine Rolle, ob ein Auto elektrisch fährt oder mit Benzin. Dadurch verändert sich, wie wir Mobilität nutzen und bezahlen. Wenn Autos und Infrastruktur ständig Daten austauschen, entstehen neue Angebote wie flexible Mobilitätsdienste, neue Abrechnungsmodelle, personalisierte Services. Alles orientiert sich stärker daran, was einzelne Menschen wirklich brauchen, statt an starren Modellen wie „Auto besitzen oder nicht“.

Welche Herausforderungen kommen dadurch auf Sie und Ihr Unternehmen zu?
Für uns ist wichtig, dass Technik den Menschen unterstützt und nicht umgekehrt. Die Mensch-Maschine-Interaktion spielt dabei eine zentrale Rolle: Systeme müssen leicht zu bedienen sein und sich nachvollziehbar verhalten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit und Zulassungen ständig. Einheitliche Regeln in Europa würden die Zusammenarbeit deutlich erleichtern.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz heute schon bei Audiomobil – und wie wird sie Ihre Arbeit beeinflussen?
Wir bewerten KI sehr kritisch, weil die Grenze zwischen realem Nutzen und Fehlinformationen oder manipulierten Inhalten immer schwerer zu erkennen ist. Wenn es gelingt, solche Fakes auszuschließen, kann KI jedoch enorme Komfortgewinne bringen und das Leben vereinfachen. Unsere Kernkompetenz ist es, diese KI-Funktionen durch eine leicht verständliche Benutzeroberfläche einfach bedienbar zu machen.

Welche Bedeutung hat der Ausbau der Elektromobilitäts-Infrastruktur für die Region Braunau und Ihr Unternehmen?
Bei Schnellladern besteht weiterhin Aufholbedarf. Auch die Fahrzeugvernetzung, ohne die E‑Mobilität kaum sinnvoll funktioniert, stößt bei grenzüberschreitenden Angeboten an ihre Grenzen – gerade im Grenzraum Innviertel-Bayern, der eigentlich ideale Testbedingungen bietet. Wir selbst können unseren E‑Fuhrpark dank großer PV-Anlage, Akku und intelligentem Energiemanagement problemlos versorgen. Warum es keine gezielte Förderung für Hausspeicher gibt, bleibt für uns unverständlich – unser Energiemanagement zeigt, wie stark man Stromnetze durch clevere Speicherung entlasten könnte.

Gibt es aktuelle Projekte bei Audiomobil, die besonders wegweisend sind?
Aktuell entwickeln wir ein System für individuelle Nutzerplätze. Das heißt, es gäbe dann beispielsweise getrennte Hörbereiche für verschiedene Passagiere im Fahrzeug. Individuelle, leicht verständliche Bedienung wird in vielen Bereichen immer wichtiger – ob in der Mobilität, im Gesundheitswesen oder in der Verwaltung. Das sehen wir als spannende Zukunftschance.

Was braucht es, damit der Bezirk Braunau ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt?
Bürokratie und die strikte Anwendung praxisferner Gesetze schwächen den Standort. Hier braucht es neue, umsetzbare Regelungen. Ein besserer Hochschulzugang und eine optimierte Verkehrsanbindung – etwa die Elektrifizierung der Bahnstrecke Linz–München über Braunau – wären ebenfalls hilfreich. Die hohen Lohn- und Energiekosten sind ohnehin schon Herausforderung genug.

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