Kritik am Design der neuen Naschmarkthalle: Anrainer befürchten negative Auswirkungen auf Jugendstil-Charme

Oktober 21, 2025 18:42
Kritik am Design der neuen Naschmarkthalle: Anrainer befürchten negative Auswirkungen auf Jugendstil-Charme

Neue Halle am Naschmarkt sorgt für heftige Kritik

Die neue Markthalle am Naschmarkt, die oft als Halle bezeichnet wird, steht kurz vor der Fertigstellung, und der Öffnungstermin ist bereits bekannt gegeben. Doch das Aussehen des Bauwerks stößt bei Anwohnern auf harsche Kritik. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/MARGARETEN/MARIAHILF. „Otto Wagner würde sich im Grab umdrehen,“ äußert eine Anrainerin, was die Sorgen der Nachbarschaft rund um das neue Naschmarktareal widerspiegelt, laut der Bürgerinitiative Freiraum Naschmarkt. Im Rahmen eines Neugestaltungsprojekts wird auf dem Gelände des Bauernmarktes, mitten im weltberühmten Jugendstilgrätzl von Otto Wagner, eine überdachte Halle errichtet.

Diese überspitzte Aussage reflektiert die anhaltende Kritik und das Unbehagen der Bürgerinitiative hinsichtlich des prognostizierten Aussehens des Projekts, das sich zwischen Mariahilf und Margareten erstreckt. Die Anwohner sind mit dem neuen Design nicht einverstanden.

Kritik an der Hallenarchitektur

Während der neue Naschpark positive Rückmeldungen erhält, wird die überdachte Halle heftig kritisiert. „Die fünf Meter hohe Halle wirkt wie eine überdimensionierte Tankstelle, überragt von einem 8,5 Meter hohen Liftturm,“ beschreibt die Initiative das Bauwerk. Kritiker betonen, dass die Halle im krassen Gegensatz zum Jugendstil steht, der das Gebiet prägt. Ihr Hauptanliegen ist, dass das neue Bauwerk teilweise die bekannten Jugendstilgebäude, für die der Naschmarkt berühmt ist, verdeckt.

Das Marktamt, das für die Gestaltung des Naschmarkts verantwortlich ist, wendet sich gegen diese Vorwürfe. „Der Blick auf die Wagner Häuser wird durch die Platzierung nicht verstellt, sondern partiell gerahmt,“ erklärt ein Pressesprecher gegenüber einem Nachrichtenmedium. Die Höhe des neuen Konstrukts orientiere sich an der bestehenden Markthalle, weshalb die Sicht auf die Otto Wagner Gebäude nicht beeinträchtigt werde. Im Gegenteil, zukünftige Besucher können von der Terrasse der Halle die umliegenden Gebäude besser betrachten.

Das Amt fügt hinzu, dass die Neugestaltung aus einem europaweiten Wettbewerb resultiert, in dem das aktuelle Projekt als Sieger hervorgegangen ist. Obwohl die Halle momentan als grau beschrieben wird, sind noch umfangreiche Begrünungsarbeiten geplant – sowohl auf der Terrasse als auch an angrenzenden Flächen.

Änderungen bei den Standln

Die Bürgerinitiative Freiraum Naschmarkt kritisiert auch die Verteilung der neuen Standln in der Halle. Der „traditionsreiche und allseits beliebte Bauernmarkt, der über ein halbes Jahrhundert lang saisonale und regionale Produkte angeboten hatte,“ hat in dieser neuen Konstruktion keinen Platz mehr. Stattdessen wurden „13 Bobo-Standler“ auf der großen Fläche befürwortet, während der Rest an gastronomische Betriebe vergeben wurde.

Das Marktamt beruhigt die Öffentlichkeit: Der Bauernmarkt werde weiterhin vor und neben dem neuen Bau untergebracht, und die neuen Stände in der Halle sollen hauptsächlich regionale Lebensmittel anbieten. Damit wolle man den Wünschen der Bevölkerung nach einer Erweiterung der Nahversorgung Rechnung tragen.

Ob man die neue Halle mag oder nicht, der Abriss scheint ausgeschlossen. Die Stadtbevölkerung erwartet gespannt den Abschluss der Bauarbeiten. Die offizielle Eröffnung der Halle ist für den 21. November geplant, während die Standler bereits Ende Oktober einziehen können. Es wird erwartet, dass die Initiative Freiraum Naschmarkt auch vor Ort präsent sein wird.

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