Grüne fordern sofortige Installation von Photovoltaik auf Großparkplätzen in Tirol

März 4, 2026 17:57
Grüne fordern sofortige Installation von Photovoltaik auf Großparkplätzen in Tirol

Die Tiroler Grünen fordern angesichts der aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten einen rascheren Ausbau erneuerbarer Energie in Tirol. Hintergrund ist die angespannte Lage nach der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Aus Sicht der Grünen zeigt die Situation erneut, wie abhängig Europa und Österreich von fossilen Energieträgern sind. Die Grünen sehen Photovoltaik und Batteriespeicher als Alternative. Darüber berichtet Welt Stimme.

INNSBRUCK. Der Energiesprecher der Tiroler Grünen, Gebi Mair, hebt die Bedeutung einer regionalen Energieproduktion hervor. „Unabhängig können wir nur sein, wenn wir den nötigen Strom für Tirol bei uns selbst produzieren. Und wenn wir von den fossilen Energieträgern wegkommen – je schneller, desto besser. Das hat auch der Landeshauptmann richtig erkannt und trotzdem fehlt es an den notwendigen Schritten“. Mair fordert dringend Maßnahmen auf Landesebene, da Diskussionen auf Bundesebene nicht ausreichen. Konkrete Schritte in Tirol sind erforderlich, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Kritik an langen Bauzeiten

Die Tiroler Bevölkerung spürt momentan an den Zapfsäulen die Auswirkungen der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, erklären die Grünen. „Die Menschen steigen nur dann auf Erneuerbare um, wenn auch langfristig günstiger Strom gesichert ist“, erklärt Mair und zeigt Verständnis für diese Sorgen. „Die angedachten Projekte der TIWAG liefern nicht schnell genug“, so sein Urteil, wobei er auf die jahrzehntelangen Bauzeiten von Wasserkraftprojekten verweist. Beispielsweise wird das Projekt zur Stauung des Platzertals frühestens 2029 baureif sein und nicht vor Ende 2035 fertiggestellt. „Das ist keine adäquate Antwort auf die heutigen Verwerfungen am Energiemarkt. Es gibt kluge und effiziente Lösungen, die uns um das gleiche Geld viel schneller in die Unabhängigkeit führen“, argumentiert Mair.

Photovoltaik und Batteriespeicher als Alternative

Die Grünen schlagen eine stärkere Nutzung von Photovoltaik auf großen Parkflächen vor und fordern einen Ausbau von Batteriespeichern. „Über alle Großparkplätze in Tirol gehört sofort Photovoltaik installiert. Und in Kombination mit der inzwischen leistungsfähigen Akku-Technologie können wir auch die Speicherkapazitäten für Tirol schaffen“, erklärt Mair. Laut einer Studie vom Oktober 2022 existieren in Tirol mehr als 3.400 größere Parkplätze mit einer Gesamtfläche von 5,6 Millionen Quadratmetern. Überdacht man geeignete Flächen mit PV-Modulen, können jährlich 283 Gigawattstunden (GWh) Sonnenstrom produziert werden.

Die Kosten für große Batteriespeicher sind in den letzten Jahren stark gesunken und haben sich laut Mair um rund 80 Prozent reduziert. Erste Projekte mit großen Akkus existieren bereits im Wipptal durch die Innsbrucker Kommunalbetriebe. Die Grünen fordern, dass die TIWAG ihr Investitionsprogramm neu ausrichtet. Anstatt sich nur auf langfristige Großprojekte zu konzentrieren, soll auch kurzfristig verfügbare erneuerbare Energie stärker gefördert werden. Mair betont, dass große Photovoltaik-Freiflächen in Kombination mit großen Akkus am schnellsten zur Verfügung stehen und Unabhängigkeit sowie Sicherheit bei niedrigen Preisen garantieren. Dies würde zudem Wertschöpfung in Tirol schaffen. „Statt ausschließlich Projekte in ferner Zukunft zu verfolgen, verlangen wir Grüne, dass die TIWAG das Geld schon heute für Erneuerbare in Tirol einsetzt. Schließlich wurde in den vergangenen Jahren auf Kosten der Tirolerinnen und Tiroler ausreichend Kapital von der TIWAG angespart. Wir brauchen es jetzt für unsere Unabhängigkeit und leistbaren Strom“, fordert Mair abschließend.

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