Wien stoppt vorläufig den Ausbau der Schule in der Castelligasse: Was passiert nun?

März 4, 2026 18:17
Wien stoppt vorläufig den Ausbau der Schule in der Castelligasse: Was passiert nun?

Die Stadt Wien hat den Ausbau der Schule in der Castelligasse vorerst gestoppt. Wie geht es jetzt weiter? Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/MARGARETEN. Das geplante Bauprojekt an der Castelligasse 9/Viktor-Christ-Gasse in Margareten, welches die Umgestaltung zu einer Volksschule und Schule für inklusive Pädagogik vorsah, wird zumindest vorläufig nicht realisiert. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) hatte ursprünglich mit einem Baustart im Jahr 2026 und einer Inbetriebnahme im Herbst 2028 gerechnet, doch nun folgt die Ernüchterung.

Bildung bleibt höchste Priorität

„Aufgrund der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen müssen geplante Schulbauvorhaben laufend an die finanzielle Gesamtsituation angepasst werden. Das betrifft auch den Standort 5, Castelligasse 9“, erläutert eine Sprecherin der zuständigen Magistratsabteilung 56 – Wiener Schulen. Es sei bedauerlich, dass die Stadt Wien die Schulen nicht wie geplant ausbauen kann, jedoch sei die verantwortungsvolle Handhabung der zur Verfügung stehenden Mittel notwendig.

Die Exekutive Wiens betont, dass trotz der finanziellen Herausforderungen die Bildung höchste Priorität behält. „Die Stadt geht verantwortungsvoll mit den zur Verfügung stehenden Mitteln um und stellt sicher, dass Bildung auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen höchste Priorität behält.“

Die Bauarbeiten werden deshalb zunächst nicht beginnen, jedoch wird das Projekt nicht vollständig aufgegeben. „Im Jahr 2026 werden noch die Einreichplanung fertiggestellt und die baubehördliche Genehmigung eingeholt. Ob und wann das Vorhaben in der Castelligasse 9 realisiert werden kann, hängt von der weiteren budgetären Entwicklung ab, die in regelmäßigen Abständen neu bewertet wird“, so die Sprecherin weiter.

Kritik und widersprüchliche Ansichten

Die Entscheidung, in Margareten zu sparen, ruft Widerspruch hervor. „Grundsätzlich bleibt es das Ziel der Stadt Wien, den ambitionierten Schulbau weiterzuführen. Ein Eingriff in bereits laufende Bautätigkeiten ist nicht vorgesehen“, heißt es. Die Bezirksvorstehung kritisiert die Absage der Stadt, während die Opposition im Bezirk anmerkt, dass solche Vorwürfe nicht gerechtfertigt seien. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski (SPÖ) führt an: „Es ist nicht klug, ständig auf die Stadt Wien zu schimpfen, wo doch der Bezirksvorsteher wissen sollte, dass der Neubau der Volksschule am Ende zu 100 Prozent von der Stadt finanziert werden soll.“

Schwierige Situation für das Creative Cluster

Währenddessen kann der Verein Creative Cluster aufatmen: Sein Nutzungsvertrag für die Räumlichkeiten wurde bis 2027 verlängert. Diese Kultur- und Bildungseinrichtung bietet Kreativschaffenden einen Raum zur Verwirklichung ihrer Ideen. Hätte der Bau begonnen, wäre eine Räumung notwendig geworden, doch nun dürfen Werkstätten, Ateliers und das Tanzstudio bleiben.

Jedenfalls bleibt die Situation für das Creative Cluster ungünstig, wie Gründer und künstlerischer Leiter Karim El Seroui erklärt. Das Unwissen darüber, wann ein Auszug notwendig sein könnte, erschwert die Planung und ist für viele Nutzer wirtschaftlich untragbar. Einige, wie beispielsweise die Tanzschule Anima Fabrik, haben das Creative Cluster deshalb bereits verlassen. El Seroui wünscht sich ein Umdenken von der Politik und ein Bewusstsein für die Bedeutung des Creative Clusters, in der Hoffnung, irgendwann einen festen Standort beziehen zu dürfen.

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