Zukunftsforum in Wien beginnt zweiten Tag mit Diskussionen über österreichische Zukunftsthemen

September 11, 2026 13:03
Zukunftsforum in Wien beginnt zweiten Tag mit Diskussionen über österreichische Zukunftsthemen

ORF-Zukunftsforum gestartet

Am Freitag hat das ORF-„Zukunftsforum“ im Medienministerium seinen zweiten und letzten Tag begonnen. Während der Veranstaltung werden die Ergebnisse aus fünf Arbeitsgruppen präsentiert, in denen am Donnerstag fast 200 Vertreter aus der Medienbranche sowie Politiker diskutierten.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) möchte die Grundlagen für eine umfassende Reform des ORF schaffen, mit dem Ziel, eine schlankere, digitalere und unabhängigere Rundfunkanstalt zu etablieren. Konkrete Zeitpläne für die Reform wurden bislang nicht genannt.

Bereits vor dem Forum äußerten mehrere Parteien ihre Vorstellungen zur ORF-Reform. Die ÖVP brachte die Möglichkeit ins Spiel, den ORF aus dem Bundesbudget zu finanzieren, wodurch sie von der bisherigen Haushaltsabgabe abweichen würde. Die SPÖ zeigt sich skeptisch gegenüber diesem Vorschlag, während ein Konsens über die Notwendigkeit einer Reform der ORF-Gremien besteht, deren genaue Form jedoch noch unklar ist.

Zum Auftakt des zweiten Tages sprach Susanne Wille, Generaldirektorin der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Sie thematisierte, wie wichtig Vertrauen und Relevanz im digitalen Zeitalter sind, und verwies auf eine kürzliche Volksabstimmung in der Schweiz, bei der sich 62 Prozent für eine starke SRG aussprachen. Wille betonte, dass die Medien ihre Legitimation täglich neu verdienen müssen und Transparenz sowie bürgernahe Kommunikation zunehmend erforderlich sind.

Die SRG sieht sich einem anhaltenden Druck gegenüber, der aus dem veränderten Nutzerverhalten und der Konkurrenz durch internationale Digitalunternehmen resultiert. Die Gesellschaft plant Einsparungen in Höhe von dreistelligen Millionenbeträgen überwiegend durch strukturelle Änderungen, um effizienter zu arbeiten, während zugleich der Journalismus gesichert werden soll.

Einordnung

Die ORF-Reform zielt darauf ab, die Rundfunkanstalt effizienter und bürgernäher zu gestalten. Diese Maßnahmen sind angesichts der Herausforderungen durch digitale Plattformen und veränderte Mediennutzungsgewohnheiten von großer Relevanz. Eine erfolgreiche Umsetzung könnte die Rolle des ORF im österreichischen Mediensystem langfristig sichern.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Stark betrunkener Mann bedroht Kinder mit Schusswaffe in Döbling
Vorheriger artikel

Stark betrunkener Mann bedroht Kinder mit Schusswaffe in Döbling

OeNB senkt Prognosen für BIP-Wachstum und Inflation in Österreich
Nächster artikel

OeNB senkt Prognosen für BIP-Wachstum und Inflation in Österreich

Nicht verpassen