Stadtrechnungshof: Wiener Linien zahlten für zwei U5-Häuser über dem Gutwert

Oktober 6, 2026 23:25
Street corner in Vienna with an older multi-story building, tram wires overhead, and storefronts including Burger King.

Wiener Linien haben für zwei für den U5-Ausbau benötigte Wohnhäuser in Hernals und Währing laut einem Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs mehr bezahlt als der zuvor ermittelte Marktwert. Betroffen sind das Eckhaus am Elterleinplatz 8 und das Gründerzeithaus am Währinger Gürtel 41.

Für den Ausbau der U5 mussten die Wiener Linien die beiden Gebäude erwerben. Laut Bericht lag der festgestellte Wert für Währinger Gürtel 41 bei 4,03 Millionen Euro; gekauft wurde die Liegenschaft Anfang Jänner 2024 um 4,5 Millionen Euro. Für Elterleinplatz 8 wurde ein Wert von 6,06 Millionen Euro ermittelt, der Kauf erfolgte einen Monat später um 7,4 Millionen Euro.

Insgesamt sei damit um 22,2 Prozent mehr bezahlt worden als der gutachterlich festgelegte Wert, hält der Stadtrechnungshof fest. Wiener Linien verwiesen demnach darauf, dass der von Expertinnen und Experten ermittelte Marktwert einer „Bandbreite unterlag“, die mit plus/minus 20 Prozent angesetzt worden sei.

Im Fall des Hauses in Hernals sei diese Spanne laut Bericht „leicht überschritten“ worden. Der Stadtrechnungshof empfiehlt den Wiener Linien, Abweichungen vom Wert bei der Festlegung des Verhandlungsspielraums nachvollziehbar zu begründen und allfällige freiwillige Zahlungen gesondert auszuweisen.

David Ellensohn, Vorsitzender des Stadtrechnungshof-Ausschusses und Vertreter der Grünen, kritisierte die Käufe scharf. „Beim Kauf der beiden Häuser saß der Geldbeutel der Wiener Linien sehr locker“, sagte er. „Das ist Steuergeld, das hier verschleudert wird.“

Die Grünen Wien hatten die Prüfung durch den Stadtrechnungshof beantragt. Der Bericht enthält nach den vorliegenden Angaben keine straf- oder verwaltungsrechtliche Feststellung, sondern eine Prüfung der Ankaufspreise im Zusammenhang mit der U5-Erweiterung.

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