Bei Österreichs Lehrkräften zeigen sich laut einem APA-Bericht deutliche Unterschiede bei Teilzeit und befristeten Verträgen – je nachdem, ob sie im alten oder neuen Dienstregime beschäftigt sind. Die Grünen kritisieren die Zahlen des Bildungsministeriums und verlangen mehr Sicherheit für Berufseinsteiger.
Im alten Dienstregime arbeiten sowohl an AHS und BMHS als auch an Pflichtschulen nur knapp unter einem Drittel der Lehrkräfte in Teilzeit. Das Bildungsministerium führt das vor allem auf gesetzliche Ansprüche im Zusammenhang mit Elternschaft zurück.
Im neuen Dienstregime sind Lehrkräfte häufiger in Teilzeit, weil sie im Durchschnitt jünger sind und sich in einer Lebensphase befinden, in der viele Familien gründen. Nach Angaben des Ministeriums lassen sich die genauen Gründe für Teilzeit im Einzelfall aber nicht feststellen, weil Beschäftigte bei der Vereinbarung eines bestimmten Beschäftigungsausmaßes keine Begründung angeben müssen.
Auch bei befristeten Verträgen gibt es Unterschiede: Rund 20 Prozent aller Lehrkräfte an Pflichtschulen sowie an AHS und BMHS arbeiten auf befristeter Basis. Im alten Dienstregime ist der Anteil laut Bericht vergleichsweise klein, im neuen deutlich höher.
Bei AHS und BMHS überwiegen befristete Verträge sogar gegenüber unbefristeten. Das hängt laut Bericht mit dem erst vor wenigen Jahren begonnenen Umstieg auf das neue Dienstregime zusammen: Neue Lehrkräfte werden in der Regel zunächst befristet angestellt und später unbefristet übernommen.
Der Übergang in das neue Dienstregime verläuft an Pflichtschulen deutlich schneller als an AHS und BMHS. Dort sind nach Angaben des Berichts bereits 45 Prozent der Lehrkräfte im neuen Regime, an AHS und BMHS sind es 27 Prozent.
Die Grünen verwiesen in einer Aussendung auf diese Zahlen und forderten bessere Perspektiven für Neueinsteiger. Sigrid Maurer, stellvertretende Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen, sagte: „Wie das Ministerium eingesteht, ist mehr als jeder fünfte Dienstvertrag an Österreichs Schulen befristet“ und: „Statt ihnen eine sichere Perspektive zu geben, werden Berufseinsteiger jahrelang in befristeten Verträgen festgehalten.“ Zum Teilzeitanteil erklärte sie: „Dazu komme eine auffällig hohe Teilzeitquote, deren Ursache auch der Minister nicht erklären könne.“
Der neue Dienstrahmen war ab dem Schuljahr 2015/16 zunächst freiwillig und wurde ab 2019/20 verpflichtend. Laut Bericht ist der Wechsel an Pflichtschulen bereits weiter fortgeschritten als an AHS und BMHS.


