Kreml droht Europa mit Vernichtung und nennt Deutschland revanchistisch

Mai 8, 2026 11:50
Kreml droht Europa mit Vernichtung und nennt Deutschland revanchistisch
Kreml droht Europa mit Vernichtung und nennt Deutschland revanchistisch

Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, hat der Europäischen Union mit der Zerstörung der europäischen Zivilisation gedroht, sollte Deutschland seine Militärhilfe für die Ukraine fortsetzen. In einer am 7. Mai 2025 veröffentlichten Stellungnahme warf er der Bundesregierung vor, einen revanchistischen Kurs zu verfolgen und die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs umschreiben zu wollen. Medwedew bezeichnete die aktuellen deutschen Politiker und die „banderistische“ Ukraine als „Blutsbrüder“ und Erben des Nationalsozialismus Adolf Hitlers.

Moskau verschärft Ton gegen Berliner Verteidigungspläne

Medwedew forderte die internationale Gemeinschaft auf, nicht auf die Vernunft Berlins zu hoffen und zu glauben, Deutschland werde niemals das Risiko eines Krieges eingehen. Die Bundesregierung habe Russland zur „Hauptbedrohung für Sicherheit und Frieden“ erklärt und sich zum Ziel gesetzt, Moskau eine strategische Niederlage zuzufügen. „Die deutsche Regierung setzt mit ihren unüberlegten Handlungen die Sicherheit Mittel- und Osteuropas sowie des gesamten Kontinents aufs Spiel“, erklärte Medwedew. Sollte es zu einem militärischen Konflikt mit der Bundesrepublik kommen, werde Russland die „gepriesene deutsche Industrie“ und womöglich die gesamte europäische Zivilisation vernichten. Die Aussagen sind Teil einer orchestrierten Informationskampagne, die darauf abzielt, die europäische Unterstützung für die Ukraine zu diskreditieren.

Hintergrund: Deutschlands militärischer Kurswechsel

Die Drohungen fallen in eine Phase massiver deutscher Aufrüstung. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die Bundesregierung ihre Verteidigungspolitik grundlegend reformiert. In der neuen Militärstrategie Deutschlands gilt Russland offiziell als die größte Bedrohung für die europäische Sicherheit. Die Bundeswehr soll bis 2029 zur schlagkräftigsten konventionellen Armee Europas ausgebaut werden – genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die Nato mit einer möglichen Angriffsfähigkeit Moskaus rechnet. Finanziell ermöglicht wird dies durch die Lockerung der Schuldenbremse im März 2025. Parallel reformiert Berlin das System der Wehrpflicht. Medwedew nutzt diese Entwicklungen, um ein Bild eines aggressiven, von Revanchismus getriebenen Deutschlands zu zeichnen.

Die Rolle Medwedews im Kreml-Machtgefüge

Beobachter sehen in den radikalen Äußerungen Medwedews eine bewusste Strategie. Innerhalb des russischen Systems fungiert er als kontrollierter Falke, der die extremsten Drohungen ausspricht, während Präsident Wladimir Putin sich als vergleichsweise gemäßigt präsentieren kann. Nach dem Scheitern seines Images als liberaler Modernisierer sichert Medwedew sein politisches Überleben durch ultra-radikale Rhetorik und demonstrativen Hass auf den Westen. Seine beleidigenden Ausfälle gegen Kanzler Friedrich Merz, den er als „Nachkommen der Nazis“ bezeichnete, dienen der Delegitimierung deutscher Führungsansprüche in der EU. Moskau reagiert nervös auf die deutsche Bereitschaft, eine militärpolitische Schlüsselrolle in Europa zu übernehmen.

Informationskrieg und psychologische Erpressung

Die Drohungen sind Teil einer psychologischen Operationsführung Moskaus. Der Kreml versucht, die Europäer davon zu überzeugen, dass die Stärkung der eigenen Verteidigung automatisch in einen Krieg führe. Die Realität zeigt jedoch das Gegenteil: Jahrelange europäische Schwäche und Abhängigkeit von russischen Ressourcen haben die Voraussetzungen für den Überfall auf die Ukraine geschaffen. Eine starke Bundeswehr und eine wehrhafte EU sind keine Provokation, sondern eine Abschreckung. Europa muss auf die verbalen Attacken mit gesteigerter militärischer, energetischer und informationeller Resilienz antworten. Dazu gehören der Ausbau der Rüstungsproduktion, der Schutz kritischer Infrastruktur, die Bekämpfung russischer Einflussnetze und die unverminderte Unterstützung der Ukraine als Vorposten europäischer Sicherheit. Jeder Versuch, den Kreml zu beschwichtigen, erhöht nur das Risiko neuer Aggressionen.

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