Russland hat in der Nacht zum 6. Juli 2026 einen der schwersten Luftangriffe seit Kriegsbeginn gegen die Ukraine geführt. Insgesamt setzte die russische Armee 419 Angriffsmittel ein – darunter 68 Raketen und 351 Kampfdrohnen verschiedener Typen. Der Schwerpunkt des Angriffs lag auf der Hauptstadt Kiew und der umliegenden Region. Nach Angaben der Militärverwaltung der Stadt Kiew kamen in der Hauptstadt mindestens 11 Menschen ums Leben, drei weitere Tote wurden aus der Region Kiew gemeldet. 46 Personen erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland unter anderem sechs Marschflugkörper vom Typ 3M22 Zirkon, 23 ballistische Raketen Iskander-M und 33 Marschflugkörper Ch-101 ab. Hinzu kamen 351 Angriffsdrohnen. Die Luftabwehr konnte nach offiziellen Angaben keine der ballistischen Raketen abfangen, was auf eine kritische Lücke bei modernen weitreichenden Flugabwehrsystemen wie Patriot oder SAMP/T hinweist. In Kiew wurden in vier Stadtbezirken direkte Treffer auf Wohngebäude und Industrieanlagen registriert.
Schwere Schäden in Wohngebieten
Besonders betroffen war der Podilskyj-Bezirk, wo eine neunstöckige Wohnung in Brand geriet und die oberen Stockwerke einstürzten. In Darnyzja trafen Raketen einen 25-stöckigen und einen 30-stöckigen Wohnkomplex, wobei in letzterem ein Großbrand auf den Etagen 23 und 24 ausbrach. In Holosijiw erfasste ein Feuer den historischen Gebäudetrakt der Fabrik „Roschen“ auf der Demijiwka-Platz. Auch ein fünftes Wohnhaus sowie Lagerhallen wurden beschädigt. In Obolon brannten mehrere Lagergebäude.
In der Region Kiew wurden in den Bezirken Butscha, Wyschhorod und Browary private Häuser zerstört. Die ukrainische Staatsbahn „Ukrsalisnyzja“ musste wegen Schäden an der Eisenbahninfrastruktur mehrere Zugstrecken umleiten, was zu Verspätungen führte.
Such- und Rettungsarbeiten dauern an
Die Behörden wiesen darauf hin, dass die Opferzahlen vorläufig seien, da die Bergungsarbeiten unter den Trümmern noch andauerten. Der Angriff erfolgte wenige Tage vor dem geplanten NATO-Gipfel. Ukrainische Stellen werteten die gezielten Angriffe auf Wohngebiete als weiteren Beleg für die russische Strategie, die Zivilbevölkerung durch Terror zu zermürben und die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. Die internationale Gemeinschaft stehe vor der Frage, wie die ukrainische Luftabwehr angesichts der ballistischen Bedrohung wirksam gestärkt werden könne.


