Stichwahl um das Präsidentschaftsamt in Peru
Am Sonntag treten in der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori und der Linkspolitiker Roberto Sánchez gegeneinander an. Laut den jüngsten Umfragen liegt Fujimori leicht vor Sánchez.
In den letzten zehn Jahren hatte Peru bereits acht Präsidenten. Das Land sieht sich einer äußerst instabilen politischen Lage gegenüber, die von einem ständigen Konflikt zwischen dem Parlament und der Regierung geprägt ist. Der letzte Präsident, der seine Amtszeit regulär beendete, war Ollanta Humala, der von 2011 bis 2016 im Amt war.
Fujimori, 51 Jahre alt und Tochter des verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, tritt für die konservative Partei Fuerza Popular an. Dies ist ihr vierter Versuch, das höchste Staatsamt zu erringen. Sánchez, ehemaliger Minister in der Regierung des inhaftierten Präsidenten Pedro Castillo, kandidiert für das Bündnis Juntos por el Perú.
Im Wahlkampf kündigte Fujimori an, entschieden gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen und Häftlinge zur Arbeitsaufnahme zu verpflichten. Weiterhin plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft und eine Verbesserung der finanziellen Unterstützung für Kinder und Senioren. Im Gegensatz dazu strebt Sánchez eine Teil-Verstaatlichung von Bodenschätzen an und will eine neue Verfassung ausarbeiten lassen.
Einordnung
Die Wahlresultate könnten entscheidende Auswirkungen auf die politische Zukunft Perus haben. Eine mögliche Präsidentin Fujimori würde eine Fortführung konservativer Politik signalisieren, während ein Sieg von Sánchez eine Abkehr von bestehenden Wirtschaftspraktiken und die Einführung neuer sozialer Maßnahmen zur Folge hätte.


