Die Arbeiterkammer Tirol warnt vor Risiken bei der Anmietung von Transportern, insbesondere bei dem Anbieter „123 Shared Mobility GmbH“, und rät zur Vorsicht beim Lesen der Vertragsbedingungen.
TIROL. Bei Umzügen, dem Abtransport von Sperrmüll oder Möbelkäufen suchen viele Menschen nach Miettransportern. Doch die Auswahl des richtigen Anbieters erfordert sorgfältige Überlegung. Die Arbeiterkammer (AK) Tirol hat Bedenken hinsichtlich des Mietunternehmens „123 Shared Mobility GmbH“ geäußert, insbesondere bezüglich hoher Kautionen, versteckter Zusatzkosten und längerer Rückzahlungsverzögerungen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Unerwartete Kosten und versteckte Fallen
Bereits bei der Buchung werden Kunden oft mit unangenehmen Überraschungen konfrontiert. Ein sogenanntes „Standard“-Schutzpaket ist automatisch voreingestellt, während die Möglichkeit, ohne Schutzpaket zu buchen, unauffällig bleibt. Zudem ist eine „Storno- und Umbuchungsversicherung“ häufig voreingestellt, was zu zusätzlichen Kosten von 13 Euro führt, falls diese nicht aktiv abgewählt wird. Nach Vertragsabschluss müssen Kunden eine App herunterladen, über die eine hohe Kaution zwischen 500 und 1.000 Euro eingefordert wird, die vorab an das Unternehmen zu überweisen ist. Diese Kaution wird frühestens 28 Tage nach Fahrzeugrückgabe zurückgezahlt, jedoch nur, wenn die Kunden den Rückforderungsprozess über ihr Kundenkonto aktiv anstoßen.
Vertragsstrafen und Wegfahrsperre
Neben den Kautionsproblemen kritisiert die AK auch undurchsichtige Zusatzkosten, die von Kunden leicht übersehen werden können. Besonders besorgniserregend sind automatische Vertragsstrafen, beispielsweise bei Verstößen gegen das Rauchverbot oder Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die rechtliche Zulässigkeit solcher Strafzahlungen wird von der AK in Frage gestellt. Ein gravierender Fall dokumentiert zudem den Einsatz einer elektronischen Wegfahrsperre durch das Unternehmen. Da eine Kreditkartenabbuchung der Vertragsstrafe nicht erfolgt ist, wurde das gemietete Fahrzeug blockiert, was einen massiven Eingriff in die Rechte der Kunden darstellt.
Unternehmens-CEO weist Vorwürfe zurück
Matthias Pajek, Geschäftsführer von „123 Shared Mobility GmbH“, weist die Vorwürfe zurück und betont, dass es keine Probleme mit Kautionen gebe und alle Vertragsbedingungen transparent seien. Er bemängelt zudem, dass die AK Tirol keinen direkten Dialog mit dem Unternehmen gesucht hat. Diese Aussage stößt auf Unverständnis bei AK-Präsident Zangerl: „Wie viele Beschwerden und Interventionen braucht es noch, bis das Unternehmen erkennt, dass es Probleme gibt? Als CEO trägt man Verantwortung, Realitätsverweigerung löst keine Probleme.“ Zangerl fordert eine dringende Verbesserung der Vertragsabwicklung und mehr Transparenz gegenüber den Kunden.
Tipps für Mieterinnen und Mieter
Die AK Tirol rät Verbrauchern, vor der Buchung von Transportfahrzeugen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau zu lesen und auf versteckte Kosten zu achten. Zusatzversicherungen sollten kritisch betrachtet werden, und bei hohen Kautionsforderungen empfiehlt die AK, genau zu prüfen, wie die Kaution verwaltet und zurückgezahlt wird.
Betroffene können sich bei Problemen und Fragen kostenlos an die AK-Expert:innen wenden. Unter der Hotline 0800/22 55 22 – 1818 erhalten Mieterinnen und Mieter Beratung und Unterstützung.


