Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Hollabrunn hat in den letzten Wochen weiter zugenommen, was auf die anhaltenden Frostbedingungen zurückzuführen ist. Einige saisonale Betriebe mussten geplante Eröffnungen im Januar aufgrund der Witterungsbedingungen verschieben. Darüber berichtet Welt Stimme.
Am Ende des Januars waren im Bezirk Hollabrunn 1.666 Personen arbeitslos, was einen Anstieg um 98 oder 6,2 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders stark betroffen sind Männer, von denen 1.039 registriert sind, wobei fast 400 bereits eine Zusage für eine Anstellung in ihrem Hauptbetrieb erhalten haben.
Bauwirtschaft angespannt
Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt ist vor allem in der Bauwirtschaft angespannt. Dies resultiert aus strengeren Kreditvorgaben und einer hohen Inflation, die seit 2023 bestehen.
Das Institut für Wirtschaftsforschung stellte 2025 eine Stabilisierung und einen leichten Aufwärtstrend in der Branche fest. Für das Jahr 2026 bleibt abzuwarten, wie sich der aktuelle Spardruck auf die öffentlichen Haushalte auf den Sektor auswirken wird.
Frauen auf dem Arbeitsmarkt
Wie bereits im vergangenen Jahr ist die Arbeitslosigkeit unter Frauen erneut gestiegen, mit einer Zunahme von 10,2 % auf 627 Personen. Besonders betroffen sind die Sektoren Handel, Fremdenverkehr und Hilfsberufe.
Die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters für Frauen erhöht zudem das Arbeitskräftepotential, was eine doppelte Auswirkung hat. Einerseits führt dies zu einem positiven Anstieg des Beschäftigungsanteils, da beispielsweise 2025 durchschnittlich 9.833 Frauen im Bezirk unselbstständig beschäftigt waren, was einer Zunahme von 0,3 % gegenüber 2024 entspricht. Andererseits steigt die Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Frauen über 50 Jahren (+21,7 %) und Frauen ohne österreichische Staatsbürgerschaft (+51 %).
„Frauen sind, angesichts der Mehrfachbelastungen, am Arbeitsmarkt gegenüber Männern weiter benachteiligt. Solange dies der Fall ist, ist die Mehrheit unserer finanziellen Fördermittel für Frauen reserviert“, erklärt AMS-Geschäftsstellenleiter Peter Kirchner.
FIT-Programm für Frauen
Bewährte Programme wie „FIT – Frauen in Handwerk und Technik“ werden auch im Jahr 2026 weiterhin Frauen unterstützen, neue Perspektiven zu entwickeln und Ausbildungen in zukunftsträchtigen Berufen zu ermöglichen.
Mit 168 offenen Stellen am Monatsende gibt es zwar 18 % weniger Angebote als im Vorjahr, jedoch bleibt die Nachfrage stabil und bietet gute Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt.


