Ein-Personen-Unternehmen in Österreich fordern steuerliche Entlastung und weniger Bürokratie

Dezember 15, 2025 07:09
Ein-Personen-Unternehmen in Österreich fordern steuerliche Entlastung und weniger Bürokratie

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Stimmung unter den Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in Österreich angespannt ist. Es werden dringend Verbesserungen der Rahmenbedingungen gefordert, insbesondere eine steuerliche Entlastung.

ÖSTERREICH. In Österreich gibt es rund 360.000 Ein-Personen-Unternehmen, die 61 Prozent aller Betriebe bilden und einen zentralen Bestandteil der heimischen Wirtschaft darstellen. Das Market Institut hat im Auftrag der Wirtschaftskammer die gegenwärtige Situation der EPU untersucht.

Die Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der EPU die Steuer- und Abgabenbelastung als größte Herausforderung empfinden, gefolgt von Inflation und Bürokratie (beide jeweils 48 Prozent). Fast die Hälfte (45 Prozent) der EPU gibt an, sich stark durch bürokratische Anforderungen belastet zu fühlen. Im Schnitt investieren die EPU fast zehn Stunden pro Monat in administrative Aufgaben.

„Es ist erfreulich, dass trotz widriger Umstände sieben von zehn Ein-Personen-Unternehmen sich wieder selbstständig machen würden. Das zeigt, dass der Unternehmergeist in diesen herausfordernden Zeiten in Österreich ungebrochen ist“, analysiert Lukas Sprenger, Abteilungsleiter Zielgruppenmanagement.

Politische Forderungen zur Entlastung

Die Befragten haben klare Vorstellungen, wie sie von Verwaltungsaufgaben entlastet werden könnten: 65 Prozent fordern eine Erhöhung des Gewinnfreibetrags auf 15 Prozent bis zu einem Einkommen von 50.000 Euro. 56 Prozent sprechen sich außerdem für eine Anhebung der Kleinunternehmergrenze in der Umsatzsteuer und Einkommensteuer auf 85.000 Euro aus.

Ein wichtiges Anliegen für 49 Prozent der Befragten ist die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 1.000 auf 2.500 Euro. Dies würde nicht nur mehr Spielraum für Investitionen schaffen, sondern auch bürokratische Hürden verringern, wie WKO-Chefökonomin Claudia Huber im Gespräch erläutert.

Verhalten optimistisch

Für die kommenden 12 Monate geben 48 Prozent der EPU an, dass die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Energiepreise sowie der Abbau bürokratischer Hindernisse im Vordergrund stehen. Als Voraussetzungen für ein mittelfristiges Wachstum in ihren Unternehmen wünschen sich 69 Prozent eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenquote sowie 42 Prozent tiefgreifende politische Strukturreformen.

In Bezug auf die EPU-Freundlichkeit sieht die Umfrage Handlungsbedarf in Österreich. Nur 39 Prozent der Befragten empfinden Österreich als EPU-freundliches Land, während 54 Prozent eine weniger positive Einstellung haben.

Gutes Zeugnis für WKO

Die Ein-Personen-Unternehmen stellen den Services und Leistungen der Wirtschaftskammer ein positives Zeugnis aus. Rund die Hälfte der Befragten nutzt die Angebote der Kammer, und 83 Prozent geben an, mit diesen Dienstleistungen sehr oder eher zufrieden zu sein.

Darüber berichtet Welt Stimme.

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