Kaindl investiert 200 Millionen Euro in Energieautarkie in Wals-Siezenheim

Oktober 15, 2025 10:12
Kaindl investiert 200 Millionen Euro in Energieautarkie in Wals-Siezenheim

Kaindl investiert in Energieunabhängigkeit in Wals-Siezenheim

Während viele Betriebe unter steigenden Kosten leiden, investiert Kaindl in Wals-Siezenheim in Energieunabhängigkeit. Das Unternehmen plant eine eigene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage – ein Schritt, der weit über die eigene Produktion hinaus Wirkung zeigen soll. Darüber berichtet Welt Stimme.

WALS-SIEZENHEIM, SALZBURG. Ende vergangener Woche empfingen Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer die Geschäftsführung des Salzburger Familienunternehmens Kaindl. Der Betriebsbesuch diente dazu, aktuelle Herausforderungen in der Wirtschaft zu diskutieren, insbesondere die hohen Personal- und Energiekosten, die Geschäftsführer Konrad Grünwald als dringende Anliegen an die Politik richtete.

Das Unternehmen plant die Errichtung einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf dem eigenen Betriebsgelände, die es ermöglichen soll, den gesamten Strom- und Wärmebedarf für die Platten- und Fußbodenproduktion eigenständig zu decken. Die erwartete Genehmigung für dieses Projekt, das mit Kosten von über 200 Millionen Euro veranschlagt ist, wird in einigen Wochen erwartet.

Landeshauptfrau Edtstadler betont die Wichtigkeit der Unterstützung für Unternehmen wie Kaindl, insbesondere wenn es um Investitionen in Energie- und Stromunabhängigkeit gehe. „Mit der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage können zukünftig zusätzlich auch 20.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden“, erklärte sie und fügte hinzu, dass es um mehr als nur das Unternehmen selbst gehe.

„Wir waren auch bei diesem Anlagengenehmigungsverfahren mit sehr vielen Einsprüchen konfrontiert und müssen dafür sorgen, dass es künftig schneller geht, indem wir gemeinsam Bürokratie abbauen.“
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler

Kaindl strebt Energieautarkie an

Grünwald hebt hervor, dass es für einen Industriebetrieb entscheidend sei, „energieautark zu werden und dafür brauchen wir letztendlich die Eigenproduktion von Strom und Wärme.“ Ziel sei es, leistbaren Strom und Wärme nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Stadt Salzburg bereitzustellen.

„Wir sehen darin ein Projekt für die Region und den Industriestandort Salzburg.“
Konrad Grünwald, Geschäftsführer Kaindl

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer sieht in Kaindl ein Symbol für die Stärken Österreichs, darunter Fleiss, Erfindergeist und Internationalität. „Wir müssen alles tun, dass diese Betriebe in Österreich bleiben“, forderte er einen eigenen Schutzschirm, um gegen die Konkurrenz aus den USA und China zu bestehen und Arbeitsplätze zu sichern. Zudem wird eine Reform der Energiegesetze gefordert, um Erleichterungen im Bereich der Energiekosten zu ermöglichen.

Industrielle Unterstützung für positive Wirtschaftsbedingungen

Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Salzburg, Peter Unterkofler, betonte die Notwendigkeit einer positiven Grundstimmung für die Wirtschaft. „Wenn ein Unternehmen bereit ist, mehr als 200 Millionen Euro zu investieren, dann ist das ein positives Signal nach außen“, sagte er und unterstützte Appelle an die Politik zur Reduktion von Bürokratie.

„Bei der Entbürokratisierung können wir rasche Schritte setzen und ich danke der Landeshauptfrau, dass Salzburg hier bereits vorangeht“, schloss Unterkofler.

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