Leistbares Wohnen im Mittelpunkt: Gemeinnütziger Wohnbau diskutiert Mietrecht und Dekarbonisierung in Graz

Jänner 28, 2026 13:17
Leistbares Wohnen im Mittelpunkt: Gemeinnütziger Wohnbau diskutiert Mietrecht und Dekarbonisierung in Graz

Beim zweiten Talk des gemeinnützigen Wohnbaus, veranstaltet von der GBV Steiermark, wurden zentrale Themen wie Mietrecht, Förderungen und Dekarbonisierung ausführlich diskutiert. Darüber berichtet Welt Stimme.

GRAZ/STEIERMARK. Die GBV Steiermark, der gemeinnützige Wohnbauträger der Steiermark, versammelte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie Wohnungswirtschaft zum zweiten Talk, in dem die Herausforderungen des leistbaren Wohnens im Mittelpunkt standen. Dabei wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Förderpolitik und Klimaziele genau unter die Lupe genommen. Zu den Impulsvorträgen gehörten Beiträge von Christian Zenz (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Michael Sebanz, Bettina Luidolt, Simone Skalicki (Land Steiermark) sowie Alexander Lackner (ÖWG Wohnbau).

Mietentlastung und Förderung

Christian Zenz brachte unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ die jüngsten gesetzlichen Entwicklungen zur Sprache. Im aktuellen Regierungsprogramm sind das Wohnen sowie die Mietentlastung entscheidend verankert. Mit dem mietrechtlichen Inflationslinderungsgesetz und Maßnahmen zur Anpassung durch den Verbraucherpreisindex (VPI) reagierte der Gesetzgeber gezielt auf die steigenden Mietkosten. Zenz sieht weiteren Anpassungsbedarf, fordert jedoch zugleich ein sensibles Vorgehen bei der praktischen Umsetzung der Vorschriften.

„Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass das System der Gemeinnützigkeit und die Mischung aus Objekt- und Subjektförderung im Wohnbau unverzichtbar ist – nicht umsonst beneidet uns ganz Europa um dieses System. […] Die Wohnbau- und Sanierungsförderung ist kein Nice-to-have, sondern die zentrale Voraussetzung dafür, dass leistbares Wohnen überhaupt möglich bleibt.“

Christian Krainer, GBV Steiermark-Obmann

Michael Sebanz von der Abteilung 15 des Landes Steiermark stellte die aktuellen Wohnbauförderungen in der Steiermark vor, insbesondere in Bezug auf den Geschoßbau. Trotz bereits zugesagter Förderungen musste er darauf hinweisen, dass im Jahr 2025 einige Förderungen aus Budgetgründen vorübergehend ausgesetzt werden mussten. Diese Budgetrestriktionen stellen eine Herausforderung für die Planung dar. Gleichzeitig kündigte Sebanz einen Jungfamilienbonus sowie Neuerungen in der Eigenheimförderung und -sanierung an, zusammen mit einer neuen Förderung für thermische Sanierungen.

Konsequenter weiterer Weg

Ein zentrales Zukunftsthema bleibt die Dekarbonisierung des Wohnbaus. Neu ernannte Dekarbonisierungsbeauftragte sollen sicherstellen, dass die Interessen der Gemeinnützigen bei den Maßnahmen berücksichtigt werden. Einigkeit herrschte über die Auffassung, dass der gemeinnützige Wohnbau auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von qualitativ hochwertigem und nachhaltigem Wohnraum spielen muss.

Der Talk endete mit einem klaren Bekenntnis, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft aktiv weiterzuführen.

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