Die Schlager Transport Logistik GmbH verfolgt konsequent den Ansatz eines CO₂-neutralen Transports. Nach Unternehmensangaben wurden in den letzten 20 Monaten fünf Elektro-Lkw im realen Alltagsbetrieb mehr als eine Million Kilometer eingesetzt.
SAXEN. Durch den Einsatz dieser Elektro-Lkw konnten 240.000 Liter Diesel eingespart und durch Ökostrom ersetzt werden. Rund 60 Prozent des benötigten Stroms stammen aus der unternehmenseigenen Photovoltaikanlage mit 765 Kilowattpeak. Unterstützt wird dieses System von einem 1,6-Megawatt-Energiespeicher, der für ein stabiles Energiemanagement sorgt und das Netz entlastet. „Wir können am Firmengelände kein Öl bohren, aber wir können Strom produzieren. Das ist ein echter Gamechanger“, erklärt Hubert Schlager, Geschäftsführer des Familienunternehmens mit 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Jede selbst erzeugte Kilowattstunde bleibt im regionalen Wirtschaftskreislauf und fließt nicht in ölfördernde Länder ab.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Einsatzgebiete der Fahrzeuge
Ein zentrales Element des Projekts ist die vollständige elektrische Zustellung von Tageszeitungen in Oberösterreich. Seit 20 Monaten werden die Verteilerzentren nachts beliefert. Tagsüber transportieren die Elektro-Lkw Güter, darunter Baustoffe, Lebensmittel und Eventtechnik, mit einem Einsatzradius von bis zu 400 Kilometern. Rund 95 Prozent der elektrischen Fahrten finden innerhalb Österreichs statt. Jedes der fünf Elektrofahrzeuge legt jährlich etwa 125.000 Kilometer zurück, mit Reichweiten von rund 500 Kilometern pro Ladezyklus. Durch Schnellladeleistungen stehen sie nach etwa 60 Minuten wieder für rund 400 Kilometer zur Verfügung.
Erweiterung der Elektroflotte steht an
Im Januar 2026 wird die Schlager Transport Logistik GmbH ihre Elektroflotte um sechs weitere Fahrzeuge der neuesten Generation erweitern – darunter drei MAN eTGX und drei Mercedes-Benz eActros 600. Diese neuen Fahrzeuge sollen jährlich zusätzlich rund 720.000 elektrische Kilometer leisten. Das langfristige Ziel besteht darin, bis 2030 die gesamte Flotte vollständig emissionsfrei zu betreiben.
Zusammenarbeit mit regionalem Versorger
Die Elektrifizierung von Logistikstandorten in Österreich hat oft lange Vorlaufzeiten, wie Hubert Schlager erklärt, da neue Transformatoren, Netzverstärkungen und zusätzliche Kapazitäten zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen können. Trotz dieser Herausforderungen konnte das Unternehmen dank der engen Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger Clamstrom schnell starten.
Getätigte Investitionen
In den vergangenen zwei Jahren hat die Schlager Transport Logistik GmbH rund zwei Millionen Euro in Ladeinfrastruktur, Energiespeicher und Photovoltaikanlagen investiert. „Diese hohen Investitionen zahlen sich langfristig aus“, meint Schlager, der mit einer Amortisation nach etwa acht Jahren rechnet. Die Anschaffungskosten der Elektro-Lkw liegen derzeit noch zweieinhalbmal so hoch wie die eines vergleichbaren Diesel-Lkw. Zu Beginn lagen die Preise sogar dreieinhalbmal so hoch. „Ohne Förderungen wären sie wirtschaftlich kaum darstellbar. Die Bundesförderungen ENIN sind dabei entscheidend“, betont er. Förderungen, Eigenstromproduktion und effiziente Ladeinfrastruktur sind zentrale Aspekte. Positive Erfahrungswerte zeigen, dass Elektro-Lkw mit einer Batterie 1,2 bis 1,5 Millionen Kilometer erreichen können.
Nur ganzheitlich wirtschaftlich
Schlager hebt hervor: „Ein Elektro-Lkw funktioniert wirtschaftlich nur, wenn man das gesamte Ökosystem mitdenkt. Wer ohne eigene Ladeinfrastruktur, Speicher, PV-Strom und Lastmanagement versucht, ’nur schnell einen E-Lkw einzusetzen‘, wird damit unzufrieden und unwirtschaftlich fahren.“


