Die Kult-Pizzeria „Nino´s“ in Grinzing bleibt trotz Gerüchte um ihre Schließung geöffnet. Der Betreiber stellt klar, dass es sich bei den genannten Verkaufsabsichten um Missverständnisse handelt und thematisiert die Herausforderungen, mit denen Gastronomiebetriebe in Döbling konfrontiert sind.
WIEN/DÖBLING. Seit 2006 bietet „Nino´s Pizzeria“, gelegen an der Kreuzung von Cobenzlgasse und Himmelstraße, neben verschiedenen Heurigen eine Auswahl an Pizzen an. Kürzlich gab es Berichte über eine mögliche Schließung, die bei den Stammkunden Besorgnis hervorrief.
Laut einem Artikel der Tageszeitung „Kurier“ soll die Pizzeria in Grinzing auf der Plattform Willhaben verkauft werden. Der Betreiber jedoch gibt gegenüber Welt Stimme Entwarnung: „Das ist falsch, hätten sie mit uns geredet, wüssten sie, dass wir weitermachen!“ Das Inserat, das solche Pläne nahelegt, beschäftigt sich lediglich mit dem Verkauf des Gebäudes und ist seit über einem Jahr online.
Haus für 2,2 Millionen Euro angeboten
Das etwa 300 Quadratmeter große Grundstück wird für 2,2 Millionen Euro angeboten. „Selbst wenn er irgendwann das Haus verkauft, haben wir vor, unseren Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer zu verlängern,“ betont der Betreiber Nino.
Für den Fall, dass eine Vertragsverlängerung nicht möglich sein sollte, hat ihm ein bekannter Gastronom bereits zwei Grundstücke in der näheren Umgebung angeboten. Im ungünstigsten Fall müssten die Stammgäste für ihre Pizzen lediglich ein oder zwei Ecken weitergehen.
Herausforderungen für Grinzing
Nino äußert ebenfalls Besorgnis über die allgemeine Lage in Grinzing: „Es kommen viele Faktoren zusammen, seit der Pandemie wird es abrupt schlimmer.“ Die Inflation hat nicht nur die Preise für Lebensmittel steigen lassen, sondern wirkt sich auch negativ auf die Kaufkraft der Kunden aus. „Wir sprechen vor allem die Mittelschicht an, und die leidet unter der Teuerung am meisten. Viele Familien können sich neben den hohen Mietpreisen einen Abend in der Pizzeria einfach nicht mehr leisten,“ sagt Nino, der während der Woche mittags Pizzen für 8,90 Euro anbietet.
Der Pizzabäcker ist auch um die Zukunft der Grinzinger Weinkultur besorgt: „Das Publikum stirbt aus, und so auch eine 2000 Jahre alte Weinkultur, das ist schade.“ Er stellt fest, dass vor allem junge Leute und Touristen wegfallen. „Früher kamen alle mit Hop-on-Hop-off-Bussen. Nach Stephansdom und Schönbrunn war Grinzing ganz oben auf der Liste, doch dieses Jahr waren fast keine hier und immer mehr Heurigen machen zu.“
Lebendige Umgebung stärkt die Kundenfrequenz
Laut Nino wäre eine bessere Beleuchtung auf den Straßen von Vorteil: „Du gehst um 22 Uhr raus, und ganz Grinzing ist finster.“ Zudem wünscht er sich mehr Straßenfeste, ähnlich dem Neustifter Kirtag. „Da kommen viele junge Leute hin, es wird darüber geredet, und die Gegend stirbt nicht aus.“
Aufgeben kommt für Nino nicht in Frage. Seine Motivation erhält er durch die Beziehung zu seinen Kunden: „Wir haben viele Stammkunden, die uns viel Dankbarkeit, Kraft und Wertschätzung geben.“ Beispielsweise schaut seit 15 Jahren jeden Montag eine Tanzgruppe aus der Pfarre Grinzing nach den Proben in der Pizzeria vorbei. „Es ist eine Freude, noch tolle Kunden zu haben, das motiviert uns.“
Die „Pizzeria Nino´s“ an der Himmelstraße 2 hat täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Darüber berichtet Welt Stimme.


