Proteste gegen die geplante Wien Holding Arena in Neu Marx
Eine Demonstration unter dem Motto „Stadt für Alle, St. Marx für Immer“ fand kürzlich bei Wien Mitte statt, um gegen den Bau der neuen Eventhalle in Neu Marx zu protestieren. Der Konflikt um das Projekt, das von der Wien Holding zusammen mit der deutschen Firma CTS Eventim realisiert werden soll, wird zunehmend hitziger, während der Vertrag zwischen den beiden Parteien noch nicht finalisiert ist. Erste Bauarbeiten sind für das erste Quartal 2026 geplant. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die politische Opposition wächst ebenfalls. Die Grünen Wien und die ÖVP Wien haben angekündigt, das Projekt vom Stadtrechnungshof überprüfen zu lassen. In der Bezirkssitzung würde die Links/KPÖ einen Antrag zur Verschiebung des Bauvorhabens einbringen. Bezirksrat Daniel Harrasser (Links/KPÖ) hält andere Parteien dazu an, sich dem Antrag anzuschließen.
Verdrängung bestehender Nutzungen
Das Areal in Neu Marx hat in den letzten zehn Jahren durch fünf Zwischennutzungen, darunter der Flohmarkt „Wild im West“ und diverse Gemeinschaftsgärten, wiederbelebt. Diese müssen nun bis zum 10. Dezember weichen, wie ein Sprecher der Wien Holding bestätigte. Der Flohmarkt plant, in das ehemalige Quester Baustofflager in Heiligenstadt zu ziehen, während die Gemeinschaftsgärten einen neuen Standort in der Stadtwildnis in der Baumgasse finden werden, so Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ).
Für den Skatepark in St. Marx hingegen sei ein Fortbestehen nach dem Ende der Zwischennutzungen nicht möglich. Die Wien Holding habe zwar versucht, einen alternativen Standort zu finden, doch auch diese Optionen seien begrenzt. Ein rechtzeitiger Umzug bis zum 10. Dezember bleibt daher fraglich.
Projekte in der Genehmigungsphase
Die geplante Eventhalle sorgt bereits für beträchtlichen Tumult, obwohl der Vertrag zwischen Eventim und der Wien Holding noch nicht unterschrieben ist. „Wir befinden uns in der Projektvorbereitungsphase gemeinsam mit CTS Eventim. In diesem Prozess werden die vertraglichen und planerischen Grundlagen finalisiert und die erforderlichen Genehmigungsverfahren vorbereitet“, erklärte die Wien Holding. Ursprünglich war eine Vertragsunterzeichnung noch für dieses Jahr angekündigt.
Im Zusammenhang mit dem Flächenwidmungs- und Bebauungsplan hat die Stadt früher berichtet, dass diese Verfahren „intensiv vorangetrieben“ werden. Updates zu Umweltverträglichkeitsprüfungen stehen noch aus.
Bauvorbereitungen ab 2026
Trotz der Proteste und politischer Widerstände sind die Pläne für die Eventhalle in Neu Marx weit fortgeschritten. Im ersten Quartal 2026 sollen die Bauarbeiten beginnen, dazu gehören die Umzäunung des Geländes und der Rückbau der bestehenden Strukturen. Das Budget ist bereits genehmigt, mit einem Betrag von etwa 152,8 Millionen Euro, sowie weiteren 63 Millionen Euro für Maßnahmen im Rahmen des Arena-Projekts.
Bis die Bagger anrollen, wird der Widerstand gegen das Projekt anhalten. Demonstranten äußerten kürzlich Slogans wie „Sorry Eventim, St. Marx is already taken!“ und kritisierten die hohen Ausgaben für Prestigeprojekte, während sozial benachteiligte Gruppen weiterhin Unterstützung benötigen.


