Zukunft der Region Millstätter See: Neuer Geschäftsführer setzt auf Qualität und Ganzjährigkeit im Tourismus

Feber 4, 2026 23:07
Zukunft der Region Millstätter See: Neuer Geschäftsführer setzt auf Qualität und Ganzjährigkeit im Tourismus

Christian Stattmann wurde als neuer Geschäftsführer der Tourismusregion Millstätter See-Bad Kleinkirchheim-Nockberge berufen. Seine nicht-traditionelle Berufserfahrung sieht er als Vorteil in seiner neuen Rolle.

KÄRNTEN. „Mein beruflicher Hintergrund außerhalb des klassischen Tourismus war ein bewusster Beweggrund“, erklärt Stattmann. Er hat Erfahrung in Vertrieb, Markenführung und strategischer Unternehmensentwicklung. „Ich möchte diese vielfältige Region gemeinsam mit den Stakeholdern weiterentwickeln, Prioritäten klar setzen und langfristig tragfähige Strukturen schaffen. Gute Tourismusentwicklung erfordert Zeit – für Qualität, Zusammenarbeit und nachhaltige Entscheidungen.“ Seine Vision für die Region ist klar: „Eine Ganzjahresdestination, die Qualität vor Quantität stellt und der sowohl Einheimischen als auch Gästen zugutekommt.“ Darüber berichtet Welt Stimme.

Statt Kurskorrektur

Nach Stattmanns Ansicht liegt der Fokus weniger darauf, vergangene Fehler zu korrigieren, als vielmehr konsequent den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. „Entscheidend ist, welche Zielgruppen zur Marke der Region passen. Nicht jede Entwicklung muss jedem Trend folgen“, betont er. Junge Gäste sollen insbesondere durch Bewegungsangebote, Naturerlebnisse, Gesundheitsangebote und neue Erlebnisformate angesprochen werden. Beispiele sind die neue Eventreihe „Nock Beats“ in Bad Kleinkirchheim und das Konzept der Workation, das Arbeiten, Natur und aktive Erholung kombiniert und im letzten Jahr großen Anklang fand.

Fokus auf Ganzjährigkeit und Qualität

Für sein erstes Jahr als Geschäftsführer hat Stattmann klare Prioritäten gesetzt: die Stärkung der Zusammenarbeit mit Betrieben, Gemeinden und Partnern, die konsequente Weiterentwicklung markanter Angebote sowie die Fortführung der Markenstrategie. Ein zentrales Anliegen ist die Ganzjährigkeit des Angebots. „WanderZEIT 365 ist ein gutes Beispiel dafür“, sagt Stattmann und verweist auf den Via Paradiso am Millstätter See, einen mühelos begehbaren Wanderweg. Weitere Akzente setzt die Region mit buchbaren Tagesprogrammen für Gäste aus dem Einzugsgebiet der Koralmbahn sowie dem Raum Salzburg. Diese Angebote sollen besonders im Frühjahr nach der Skisaison beworben werden.

„Wanderdorf“

Die Qualitätsprofilierung der Orte wird ebenfalls vorangetrieben: Feld am See und Ebene Reichenau stehen kurz vor der Zertifizierung als „Österreichisches Wanderdorf“, nachdem Seeboden, Millstatt und Döbriach in diesem Bereich bereits Vorreiter waren. Gleichzeitig begleitet Stattmann die Umsetzung der Tourismusreform des Landes Kärnten, die 2026 in Kraft treten soll. „Ziel ist es, die neuen Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten, um langfristig Stabilität, Effizienz und genügend Zeit für strategische Weiterentwicklung zu ermöglichen.“

Nachhaltigkeit als Grundhaltung

Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in Stattmanns Plänen. „Für mich ist Nachhaltigkeit eine Grundhaltung“, betont er. Die Region befindet sich momentan im Bewerbungsprozess für das Österreichische Umweltzeichen für Destinationen. Dies zeigt sich unter anderem durch das Nockmobil, den Einsatz neuer E-Busse, die Umsetzung von Green Events sowie durch nachhaltige Strukturen im eigenen Unternehmen, wie beispielsweise ein papierloses Büro. „Die Natur braucht keinen Geschmacksverstärker“, bringt Stattmann sein Credo auf den Punkt. „Qualität vor Quantität.“

Neue Impulse für Gäste und Einheimische

Künftig dürfen sich Gäste auf eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Stärken freuen: Angebote rund um WanderZEIT, BadeZEIT, GenussZEIT, WinterZEIT, KulturZEIT und NOCKBIKE werden weiter ausgebaut. Auch Themen wie Kaltbaden, bei dem die Region Vorreiter für ganz Kärnten war, sowie Workation werden vertieft. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Bereich NOCKBIKE: Neue Mountainbike-Trails in Bad Kleinkirchheim, weitere Projekte rund um den Millstätter See und eine geplante Angebotserweiterung auf der Turracher Höhe sind bereits in Vorbereitung. Außerdem wird die NOCKBIKE-Zertifizierung künftig auch auf Verleih- und Servicestationen ausgeweitet. „Wichtig ist uns, dass neue Angebote nicht nur Gästen, sondern auch Einheimischen einen echten Mehrwert bieten“, so Stattmann. „Tourismus soll den Lebensraum stärken.“

Verwurzelt in der Region

Privat pendelt Christian Stattmann zwischen Bad Kleinkirchheim und Krumpendorf. Den Ausgleich zum Arbeitsalltag findet er am liebsten in der Natur – beim Wandern, Golfen, Tennis, Eishockey, Skifahren oder auf Skitour. „Die Region selbst erinnert mich täglich daran, wie wertvoll Zeit in der Natur ist“, sagt er. Dieses Verständnis von Zeit möchte er auch in seiner neuen Funktion weitertragen.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Bischof Glettler lehnt Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten in Tirol ab
Vorheriger artikel

Bischof Glettler lehnt Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten in Tirol ab

Insolvenzverfahren gegen Kitzbüheler Club Take Five eröffnet – erste Sitzung am 18. März 2026
Nächster artikel

Insolvenzverfahren gegen Kitzbüheler Club Take Five eröffnet – erste Sitzung am 18. März 2026

Nicht verpassen