Ausbau der institutionellen Psychotherapie in Österreich gefordert

September 17, 2026 15:54
Ausbau der institutionellen Psychotherapie in Österreich gefordert

ARGE fordert Ausbau der psychischen Gesundheitsversorgung in Österreich

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit hat am Donnerstag in Wien einen Ausbau der psychotherapeutischen Angebote gefordert. Trotz der jüngsten Verbesserungen seitens der Politik und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bestehen weiterhin unzumutbare Wartelisten für Klientinnen und Klienten.

Vertreter der ARGE betonten, dass es notwendig sei, mehr kostenlose Psychotherapie als Sachleistung in Institutionen anzubieten. Christoph Gleirscher, Geschäftsführer vom Hilfswerk Niederösterreich, wies darauf hin, dass vulnerable Gruppen dringend auf diese Angebote angewiesen seien. Eine Umstellung klinisch-psychologischer Behandlungen auf Kassenleistungen wurde als erforderliche Maßnahme hervorgehoben.

Die ARGE fordert zudem eine angemessene Vergütung für Ausbildungsarbeiten, da viele Fachkräfte aufgrund finanzieller Belastungen in Bereiche mit höheren Gehältern abwandern. Henriette Löffler-Stastka von der MedUni Wien berichtete, dass 23,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung an krankheitswertigen psychischen Störungen leiden, wovon letztlich nur ein kleiner Teil professionell behandelt wird. Es ist erforderlich, bestehende Kapazitäten im psychosozialen Bereich besser zu aktivieren.

Zudem wurde auf regionale Unterschiede bei der Verfügbarkeit psychotherapeutischer Leistungen hingewiesen. Hedwig Wölfl von der Kinderschutzorganisation Die Möwe Österreich stellte fest, dass die Suche nach Psychotherapeuten in ländlichen Gebieten erheblich schwieriger sei. Die in der ARGE vereinten Institutionen bieten zudem multidisziplinäre Ansätze zur Unterstützung der Betroffenen.

Einordnung

Der Ausbau der psychotherapeutischen Versorgungsstruktur ist entscheidend für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Österreich. Ein besser regulierter Zugang zu Angeboten kann nicht nur die Wartezeiten verkürzen, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich steigern. Angesichts der hohen Zahl psychisch Erkrankter ist eine dringende Reform der Finanzierungsmodelle notwendig.

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