„Tag der NÖ KFZ-Wirtschaft“ in Göttweig mit Rekordbeteiligung – Händler und Werkstätten im engen Austausch
NÖ. Der „Tag der NÖ KFZ-Wirtschaft“ im Stift Göttweig verzeichnete heuer mit 180 Teilnehmern aus Fahrzeughandel und Fahrzeugtechnik einen neuen Besucherrekord. Diese Veranstaltung bot eine Plattform für die Akteure der Branche, um aktuelle Trends zu diskutieren und Netzwerke auszubauen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Wolfgang Schirak, Obmann des NÖ Landesgremiums Fahrzeughandel, und Gerald Kisser, Landesinnungsmeister der NÖ Fahrzeugtechnik, betonten die Wichtigkeit des Austauschs zwischen Handel und Werkstätten für die Weiterentwicklung der niederösterreichischen KFZ-Wirtschaft. Im Rahmen des Events wurde auch „Lisa“, ein neues KI-Tool, das speziell für die KFZ-Branche entwickelt wurde, vorgestellt.
Marktentwicklung: Nachholbedarf bleibt groß
Schirak erwartet in diesem Jahr zwar einen Anstieg bei den Neuzulassungen, weist jedoch darauf hin, dass das Vorkrisenniveau weiterhin nicht erreicht ist. „Das leichte Wachstum ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein – der Nachholbedarf bleibt erheblich“, erklärte er.
Lehre im Wandel – Technik wird weiblicher
Landesinnungsmeister Kisser hob in seinen Erklärungen die Ausbildung hervor. Neue Technologien wie emissionsfreie Antriebe, Hochvolttechnik und autonomes Fahren erfordern eine Modernisierung der Berufsbilder. Besonders positiv ist die Entwicklung der Lehrlingszahlen: Zwischen 2021 und 2024 stieg die Zahl der Lehrlinge in der NÖ KFZ-Technik von 1.612 auf 1.799 (+11,6 %), der Anteil weiblicher Lehrlinge sogar von 66 auf 111 (+68,2 %). „Die Zeiten, in denen die KFZ-Technik reine Männersache war, sind vorbei“, so Kisser. „Unsere Branche sorgt dafür, dass die Fahrzeuge auch in Zukunft auf Kurs bleiben.“
Derzeit sind in Niederösterreich über 2.500 KFZ-Technikbetriebe und rund 4.600 Unternehmen im Fahrzeughandel tätig.
Blick nach China: Überproduktion sorgt für Druck
Die Einschätzung Schiraks zur Entwicklung in China fand großes Interesse. Dort sind mittlerweile über 100 KFZ-Hersteller aktiv, die mit erheblichem Preisdruck, Überkapazitäten und einem intensiven Verdrängungswettbewerb konfrontiert sind. Viele dieser Hersteller richten ihren Fokus zunehmend auf den europäischen Markt. Experten erwarten jedoch, dass langfristig nur 10 bis 20 dieser Unternehmen überleben werden. Schirak riet: „Wer hier investieren möchte, sollte unbedingt darauf achten, das Risiko überschaubar zu halten.“


