Wirtschaftskammer Österreich verkündet Gehaltserhöhung für Mitarbeiter
Nach Bekanntwerden der geplanten Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) um 4,2 Prozent steht das Unternehmen unter erheblichem Druck und harscher Kritik. WKO-Präsident Harald Mahrer kündigte am Mittwoch an, dass die Gehälter zunächst nur um 2,1 Prozent steigen sollen. Allerdings wurde nun entschieden, dass die ursprüngliche Erhöhung um 4,2 Prozent doch kommen soll, allerdings erst ein halbes Jahr später im Juli. Darüber berichtet Welt Stimme.
Abstriche und Reaktionen
Die Reduzierung der Gehaltserhöhung auf 2,1 Prozent wurde als ein „gemeinsames Signal österreichweit“ seitens Mahrer beschrieben. Dennoch stellte sich heraus, dass dies nur einen Teil der Wahrheit darstellt. Obwohl in den ersten sechs Monaten tatsächlich lediglich 2,1 Prozent erhöht werden, sollen die vollen 4,2 Prozent im Juli anstehen. Die WKO bezeichnet die vorübergehende Aussetzung als wichtiges Zeichen für Zusammenhalt und wirtschaftliches Augenmaß.
Kritik aus der Industrie
Christian Pochtler, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), äußerte sich kritisch: „Diese Lohnerhöhung steigert somit alle Gehälter nachhaltig und bedeutet für das folgende Jahr eine entsprechend deutlich höhere Ausgangsbasis.“ Er betonte, dass die Maßnahme im Sinne eines Durchbrechens der Lohn-Preis-Spirale in Österreich „vollkommen am Ziel vorbei“ gehe. Pochtler äußerte Zweifel daran, dass die strukturierte Anpassung in zwei Schritten den Unmut vieler Unternehmen mindern kann.
Unterschiede zur öffentlichen Hand
Die Unternehmerplattform von NEOS, UNOS, warnte ebenfalls, dass die reduzierte Gehaltserhöhung nicht durch eine nachträgliche Sondererhöhung ausgeglichen werden kann. UNOS-Bundessprecher Michael Bernhard erklärte, dass eine verantwortungsvolle Lösung darin bestehen müsse, dass die 2,1 Prozent tatsächlich gelten und die Berechnungsformel auf kritische Weise geprüft wird. Zudem wies er darauf hin, dass die WKO sich nicht am öffentlichen Dienst orientieren solle, da die Ausgangslage dort grundlegend anders sei.
Prüfung von Mahrers Bezügen
Zusätzlich steht Mahrer nun laut einem Bericht der ZIB unter der Beobachtung des Rechnungshofes, da er sowohl von der WKO als auch von der Nationalbank Gehalt bezieht. Neben einem monatlichen Gehalt von 15.158,60 Euro erhält er jährlich 88.000 Euro von der Nationalbank. Während die Juristen der OeNB und der WKO glauben, dass Mahrer nicht unter die Regelungen für Mehrfachfunktionäre fällt, ist die Auffassung des Rechnungshofes eine andere. Am Donnerstag kündigte Mahrer an, dass im ersten Quartal des nächsten Jahres geprüft werde, ob sein Gehalt den gesetzlichen Vorgaben entspricht.


