Widerstand gegen Abschaffung des PRIKRAF
Der Verband der Privatkrankenanstalten, die ÖVP und die NEOS haben dem Vorschlag von SPÖ-Chef Andreas Babler zur Abschaffung des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) eine Absage erteilt. Die Privatkrankenanstalten äußerten in einer Aussendung, dass eine solche Abschaffung „fatal für das österreichische Gesundheitssystem“ wäre.
Babler plädierte am Montagabend im ORF-„Sommergespräch“ für die Abschaffung des PRIKRAF und forderte, dass die Fördermittel in die öffentliche Gesundheitsversorgung fließen sollten. Er kritisierte, dass 200 Millionen Euro für den PRIKRAF zur Verfügung gestellt würden, under dem Vorwurf, dass auch Schönheitsoperationen für Wohlhabende durch diesen Fonds finanziert werden.
Die ÖVP wies Bablers Vorstoß in einer schriftlichen Stellungnahme als nicht zielführend zurück und betonte, dass die Stärkung der öffentlichen Versorgung im Fokus stehen müsse. NEOS-Klubobmann Yannick Shetty wies Bablers Aussagen als verkürzt zurück und stellte klar, dass viele Behandlungen in Privatspitälern der Entlastung des öffentlichen Systems dienen.
Der Verband der Privatkrankenanstalten (VPKA) kritisierte Bablers Vorschlag als gesundheitspolitisch unbegründet. Eine Abschaffung des PRIKRAF würde die Wartezeiten verlängern und die Gesundheitsversorgung gefährden. VPKA-Präsident Josef Macher forderte eine Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion und wies darauf hin, dass der PRIKRAF kein „Zuckerl“ für private Einrichtungen, sondern eine Garantie für Qualitätsstandards sei.
Einordnung
Die Diskussion um den PRIKRAF betrifft die strukturierte Finanzierung des Gesundheitssystems in Österreich. Die mögliche Abschaffung würde nicht nur den Zugang zur Gesundheitsversorgung beeinflussen, sondern auch die Arbeitslast innerhalb des öffentlichen Systems erhöhen, was zu längeren Wartezeiten für Patienten führen könnte.


