Ein 220-kV-Hochspannungsversorgungsring wird die bisherige 110-kV-Leitung im Zentralraum ersetzen, um die Stromversorgung abzusichern und die „grüne“ Stahlproduktion in der voestalpine durch einen Elektrolichtbogenofen anstatt des bisher mit Koks befeuerten Hochofens zu ermöglichen.
OBERÖSTERREICH. Seit rund einem Jahr arbeiten Austrian Power Grid AG (APG), Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ) und Linz Netz GmbH (Linz Netz) am 800 Millionen Euro teuren Projekt „Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“. Nach gut einem Jahr Bauzeit ziehen Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der APG und Stefan Kaineder, Landesrat für Umwelt und Klima des Landes Oberösterreich eine erste Bilanz:
„Das Projekt ‚Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich‘ ist das bedeutendste Strominfrastrukturvorhaben in Oberösterreich. Es schafft die Grundlage für die Weiterentwicklung der regionalen Verteilernetze und ist Voraussetzung für die Elektrifizierung & Dekarbonisierung der Industrie – insbesondere der Stahlproduktion. Mit der Umsetzung liegen wir voll im Zeitplan.“, sagt Christiner, Vorstandssprecher der APG.
Landesrat Kaineder unterstreicht die zentrale Rolle des Projekts für die Klima- und Energieziele des Landes: „Der 220-kV-Versorgungsring ist nicht nur Schlüsselprojekt für die Transformation unseres Energiesystems, sondern auch Voraussetzung für die Dekarbonisierung von Wirtschafts- und Industrieprozessen, und ermöglicht dadurch eine enorme CO2-Reduktion.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Zwei Abschnitte 2026 fertig
Zwei von vier Leitungsbauabschnitten sind bereits in Umsetzung und werden 2026 planmäßig fertiggestellt. Darüber hinaus laufen die Baumaßnahmen an sechs von insgesamt acht im Projekt inkludierten Umspannwerken:
- Bauabschnitt 1: Erweiterung eines rund zwei Kilometer langen bereits bestehenden Kabelabschnittes zwischen dem Umspannwerk Pichling und den Traun-Donau-Auen um zwei 220-kV-Doppelsysteme und ein 110-kV-System.
- Bauabschnitt 2: Ersatzneubau einer 4-fach-Freileitung vom Umspannwerk Ernsthofen über Asten und Pichling, inklusive abschnittsweiser Spannungsumstellung von 110 kV auf 220 kV und Demontagearbeiten.
Nächste Schritte im Projekt
Nachdem die beiden ersten Leitungsbauabschnitte Ende 2026 fertiggestellt sind, folgt 2027 der Startschuss für Bauabschnitt drei (Kronstorf über Asten bis Wegscheid) und 2029 für Bauabschnitt 4 (Wegscheid bis Hütte Süd). Zu einem späteren Zeitpunkt folgen die Arbeiten an den zwei restlichen der insgesamt acht Umspannwerke: Franzosenhausweg und Kleinmünchen. Die Aktivierung von Teilanlagen des Projekts „Sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ“ erfolgt schrittweise ab 2026 bis 2030, und 2030 die vollständige Inbetriebnahme.


